Natur, wieder schlemmen und Ijsselmeer-Feeling

Die Erlebnisse überschlagen sich (im Gegensatz zu der Geschwindigkeit des Internets… das erholt sich nur langsam von der Golden Week) und ich komme gar nicht mehr mit dem Berichten nach. Aber jetzt heißt es : nicht klagen, sondern schreiben!

Wir – oder ich – hatte(n) etwas Sehnsucht nach Natur und so ging es erst einmal zum Moon Lake, von dem so viele schwärmen. Hund und Kind ins Auto gepackt und rund 30 Minuten gegen Westen gebraust. Da war dann auch direkt ein Ticketschalter. Etwas ungewöhnlich, für ein Plätzchen Grün zu zahlen : 100 Yuan pro Person – etwa 12,50 Euro. Dafür wurden uns aber auch Wald, See und Kunst geboten:

Es gibt sogar ein Hotel und ein Museum in dem Areal. Ins Museum sind wir noch nicht gegangen, da wir auch den Vierbeiner mit hatten. (Danke der vielen Nachfragen. Es geht ihm auch wieder gut. Der Trichter ist weg und das Fell wächst nach. Sieht so aus, als ob diese Geschichte auch wieder Vergangenheit sei. Wie mein Fuß, dem es auch wieder gut geht)

Die Fellnase hat das freie Laufen mit Gras unter den Füßen sichtbar genossen – die Kunst war ihm recht schnuppe.

Der Chinese an sich scheint in der Regel gerne zu angeln, ein Tageszelt aufzuschlagen und zu grillen.

Mein absolutes Lieblingsbild ist diese: hier sieht man auf den ersten Blick gar nicht, wer Mensch und wer Skulptur ist – was seht Ihr?

Aber das ist doch noch kein IJsselmeer-Feeling, werdet Ihr Euch nun sagen! Stimmt, kommt noch!

Erst einmal waren wir auch wieder schlemmen – von so viel frischer Luft bekommt man ja bekanntlich auch Hunger! Und deshalb waren wir wieder Down-Town- nein, nicht in der French Concession, sondern in Xinatandi – ein Viertel, das direkt an die French Concession anschließt und übersetzt „Neuer Himmel und Erde“ heißt. Das trifft es auch ganz gut auf das wohlhabende Shopping- und Ausgehviertel.

Und auch hier ein Luxusladen neben dem anderen ist. Das muss ich demnächst in Ruhe erkunden und beschreiben. Hier sind so viele Markengeschäfte, Luxusdesigner und Edelboutiken, dass man gar nicht weiß, wer das alles kaufen soll. Ja, es sind 27 Millionen Menschen in Shanghai, aber ein Großteil träumt in seiner Mini-Wohnung noch nicht mal davon, sich jemals so etwas leisten zu können, da zwischen seinem Leben und der Glamourwelt direkt mehrere Galaxien sind.

Auch, wenn wir mit großen Augen vor den teuren Kleidungen und Schuhen stehen, können wir uns zumindest leckere Speisen hier gönnen und uns die Leute anschauen, die hier rum schlendern.

Und hier der Beweis, dass es in Shanghai (mutmaßlich) doch nicht alles gibt… Oder sieht hier jemand ein Alt?

O.K. – das Kölsch hat auch gut geschmeckt….

Und natürlich gibt es auch Kultur und Geschichte. In diesem Steinhaus fand im Juli 1921 der erste Nationale Kongress der Kommunistischen Partei Chinas statt. Also noch ein Ort, an den ich zurück muss. (Und ich hatte ernsthaft Sorge, dass mir langweilig wird?)

Am nächsten Tag ging es relativ früh zum Dianshan See. Er liegt ungefähr 30 Minuten von uns entfernt und ist mit 62 km² das größte Süßwasserreservoir Shanghai’s. Da er nicht tief ist, dürfen auf ihm lediglich Boote mit einem Tiefgang von einem Meter fahren.

In China wird momentan Umweltschutz nach vorne getrieben, aber anscheinend hatte man da, wo die Oberschicht sich bewegt, auch schon früher dieses Thema für sich entdeckt. Denn 1979 wurde eine Landzunge am Südwestufer des Sees als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Irgendwo im Norden gibt es einen Park, der nach einem Aussichtsgarten aus einem Roman nachempfunden wurde. Den muss ich dann noch erkunden… Wir waren erst einmal im Segel-Club von Shanghai und haben gestaunt, dass wir doch erstzunehmende Segelboote, kleine Cafés, nette Leute und Wind vorgefunden haben.

Die Cafés sind etwas chinesisch angehaucht: einfach den Code scannen mit dem Smartphone, zahlen und Kellner und Getränk sind in Null-Komma-Nix da.

Es tat schon gut, sich mal frischen Wind um die Nase blasen zu lassen, Grün zu sehen und etwas weiter als in die Ferne zu schauen.

Am Seeufer haben sich einige Familien aus Shanghai mit ihren Wochenendhäusern nieder gelassen und entspannen in ihrem Teehaus, sehr gediegen.

Für alle, die nur ab und zu da sind, stehen nette kleine Holzhäuser zum Mieten bereit.

Und wenn man mal keine Lust auf Segeln hat, dann gibt es Alternativen. China – immer wieder für eine Überraschung gut.

Oder man wandert in der Umgebung umher und entdeckt weitere nette Ecken :

Und am Eingang zum Yachtclub haben sich die Angestellten, wie so oft an manchen Stellen, einen kleinen „Schrebergarten“ angelegt!

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