
Diesmal habe ich mich auf ein neues Abenteuer eingelassen: eine kleine Reise – quasi alleine! O.K. – nicht ganz alleine…. Ich hatte vor ein paar Wochen eine Frau kennen gelernt, die in Suzhou wohnt und mich eingeladen hat, mir „ihre“ Stadt anzuschauen.
Suzhou ist eine kleinere Stadt ca. 75 km westlich von Shanghai mit nur 13 Millionen Einwohnern. Sie ist bekannt für ihre Kanäle, Brücken und klassischen Gärten ( die ich leider nicht gesehen habe). Man kann halt nicht alles auf einmal machen.

Auf jeden Fall begann meine kleine Reise mit dem Bahnhof. Hier kauft man die Zugtickets (umgerechnet 10 Euro Hin- und Rückfahrt) für den Schnellzug im Vorfeld. Das bedeutet, man muss den Zug nehmen und hat auch einen Platz. In den Bahnhof selber kommt man nur nach Taschenkontrolle, mit Ausweis und Ticket, kurz vor Einfahrt wird man auf den Bahnsteig gelassen. Dann ist Boarding – ähnlich wie im Flugzeug.

Mit dem Schnellzug war ich in 25 Minuten am Ziel. Neben mir eine Dame, die sich sehr gerne mit mir und ich mich mit ihr unterhalten hätte – allein unsere Sprachen hielten uns davon ab.

Am Bahnhof in Suzhou wurde ich schon erwartet. Als erstes ging es in einen Teil der Altstadt, in der auch noch Menschen wohnen.


Suzhou gilt auch als das Venedig Chinas und der Architekt, Ieoh Ming Pei, der das Museum erbaut hat, hat auch die Glastürme des Louvre in Paris kreiert. Er ist im Mai diesen Jahres gestorben. Diese Infos habe ich allerdings leider erst beim Schreiben des Blogs herausgefunden, bzw. hat mir eine chinesische Bekannte erzählt. Naja, ich kann ja noch mal hinfahren.
Für den ersten Einblick war es auch ganz nett. Eigentlich ist Suzhou für seine Seidenarbeit bekannt, aber auch Perlen. In der Altstadt gibt es daher zahlreiche Geschäfte, die Ketten verkaufen – und anscheinend kann man sich eine Perle selber „erjagen“, indem man eine Muschel aus dem Aquarium angelt, öffnet und die Perle verarbeitet wird.

Wir haben drauf verzichtet und sind einfach mal weiter geschlendert bis zum Restaurant, in dem es eine leckere Nudelsuppen mit Pilzen gab. In Suzhou ist die Suppe dunkler, als in Shanghai und gewürzter. Hier ist man die Flüssigkeit, in Shanghai werden die Nudeln nur in der Brühe gekocht. Das bedeutet, man ißt das Feste, die Flüssigkeit bleibt in der Schale.

Gestärkt ging es dann an einem der Stadttürme vorbei (allerdings im Taxi) zu einem anderen alten Stadtteil.

Hier gab es dann eine andere Art von Pilz: den Kuchenpilz (Schwarzwälder Art).

Nach dem Weg durch die moderne Stadt endete die Tour am See und in einer Bar, in der es unter anderem Kokosnuss-Bier gibt. Kann man trinken, muss man aber nicht, wenn man nicht das Gefühl haben möchte, dass sich Bier und Sonnenkreme vermischt haben.

Wieder mal eine Stadt mit Gegensätzen, in die ich bestimmt noch mal fahre, da sie noch ein paar versteckte Dinge hat, die ich gerne erkunden möchte.