Eine Chrysantheme ist eine Chrysantheme, ist eine Chrysantheme oder doch etwas anderes?

Schon toll, was man alles aus Chrysanthemen machen kann!

Nicole und ich hatten uns einen Besuch im Gongqin Forrest Park auf das Programm geschrieben. Ich hatte den Tip von einer Amerikanerin, die bei mir in der Nähe wohnt. Der Park an sich ist zwar in Shanghai, aber dennoch etwas weiter von unserem Wohnort entfernt. 

Dennoch wollten wir es auf uns nehmen – mit der Metro kommt man fast überall hin und der Rest war mit dem Bus zu erreichen. Dachten wir – wäre auch…. wenn wir auf eine Uhr mit der richtigen Uhrzeit geschaut hätten. An der Metro-Station bot ein älterer Chines Nicole an, sie auf seinem Mofa mitzunehmen – natürlich gegen Geld. An den Stationen stehen öfter Männer und bieten quasi eine Taxifahrt an. Unabhängig davon, dass wir nicht wirklich mit unbekannten alten Chinesisch sprechenden Männern zum Ziel gebracht werden wollten, waren wir davon überzeugt, dass wir das Ziel auch mit dem Bus erreichen könnten. Denn wenige Meter von der Station war auch die Haltestelle der Linie 147 und alles ganz klar! 

Der Bus würde aber erst in etwa 30 Minuten kommen… so die Anzeige. Zu lange, um in der Kühle (von Kälte kann man bei 14 Grad vermutlich nicht reden….) zu stehen. 6 Km bis zum Park und wir können ja noch bei der nächsten Station einsteigen.

Gesagt, gewandert – erst einmal zu weit und daher in die falsche Richtung – dafür haben wir aber bunte Häuser gesehen.

und sind durch noch einen anderen Park gegangen,

in dem es Gesellschaftsspiele,

Kunst (?)

und Sänger gibt:

Dieser Herr hat auf jeden Fall alles gegeben… ob für seine imaginäre Angebetete oder vielleicht den kommenden Karaoke-Abend? Wer weiß…

Auf jeden Fall fuhr nach wenigen Minuten „unser“ Bus vorbei, der erst in 30 Minuten hätte kommen sollen…. Egal… dann bei der nächsten Haltestelle…. Da sagte uns die Anzeigetafel jedoch wieder: LANGE WARTEN… Also ging es weiter zu Fuß – bis der zweite Bus – kurze Zeit später – an uns vorbei fuhr… Erst da verstanden wir, dass nicht die chinesische Zeitangabe falsch war, sondern die Uhr von Nicole falsch ging.

Nun hatten wir genug Abenteuer und schnappten uns ein Taxi, das uns schnell und bequem zum Park brachte. Denn schließlich wollten wir die Blumen noch im Hellen sehen.

Im Eingangsbereich empfing uns allerdings erst einmal ein Wald… NATUR – fast pur -, Herbstsonne und noch ein Hauch an Wärme. Was will man mehr?

Das dachten sich auch zahlreiche Brautpaare, die die Atmosphäre für ihre Fotosession nutzen. Hochzeitsfotos und -Filme werden hier weit vor dem eigentlichen Fest gemacht – in verschiedenen Kleidern, die ausgeliehen werden. Dazu werde ich auch noch mal gesondert recherchieren und berichten.

Irgendwelche lustig angezogenen Menschen hüpften zwischen den Bäumen umher und ließen sich ebenso filmen: 

Andere fotografierten sich gegenseitig:

oder schlenderten mit Freunden durch die Gegend und genossen den sonnigen Tag im Park – wie wir.

In einer Halle gab es auch eine „ordentliche“ Chrysanthemen-Show. Die Blumen waren alle schon etwas morbid… aber das gehört sich für Chrysanthemen vermutlich auch.

Zurück sind wir zu einer anderen Metro-Station gelaufen – die erheblich näher liegt. Und natürlich haben wir da auch wieder einiges entdeckt – so zum Beispiel die „Baumarkt-Straße“. Hier scheint man alles zu bekommen, was das Handwerker-Herz begehrt: Wasserhähne, Rohre, Schrauben und Stangen, Scheiben, Werkzeug… 

Etwas weiter kamen wir an diesen Gebäuden vorbei.

Sie zogen sich die gesamte Straße entlang und ich hatte diese Art an Häusern auch schon in anderen Vierteln entdeckt. Erst durch Zufall schaut man in die Fenster und mit Verwunderung entdeckt man: dass sind Geschäfte.

Und ums Eck kann man sich noch schnell die Schuhe reparieren lassen.

Shanghai, eine Stadt mit 1000 Gesichtern – und niemals lanweilig!

Hinterlasse einen Kommentar