
Vermutlich wäre „Fahrenheit 451“ ein besserer Name für dieses Café – aber egal, wie es heißt, es ist von der Straße nicht wirklich als solches direkt erkennbar:

Dafür aber um so gemütlicher drinnen und im Hof. Einfach ein Buch schnappen, einen Milch-Kaffee oder Tee bestellen und genießen.
Das haben wir gemacht, bevor es auf weitere Abenteuer ging – wie immer mit Nicole, ist doch klar!
Mit dem Rad ging es wieder los… rechts, links… und dann nicht merklich im Kreis- aber wer weiß das schon?
In einem kleinen Büchlein hatte Nicole von dem Beijing Department Store – also DEM Haushaltswaren-Geschäft Shanghai’s (warum dann Beijing Department Store? Keine Ahnung) gelesen. Da soll es alles geben, was man braucht. Gespannt kamen wir an der angegebenen Adresse an. Doch wo war das große Geschäft? War es wieder einer Baustelle zum Opfer gefallen, wie manches hier in der schnelllebigen Stadt?

Während wir überlegten, was nun zu tun sei, schauten wir interessiert in ein kleines Geschäft, vor dem wir standen.

Und merkten, wir waren am Ziel angekommen! Denn dies war das Warehouse, was wir suchten und es gibt in der Tat, „alles“, was man so braucht – oder brauchen könnte.

Angefangen bei Wasserkocher und Wärmflaschen, denn wie berichtet, gibt es nach wie vor viele Wohnungen in Shanghai, die keine Heizung haben und Spucknäpfe:

Während der Quing-Dynastie gehörten goldene Spucknäpfe zu den zahlreichen Objekten, die vor dem Kaiser bei großen Zeremonien ausgestellt wurden. Nach der kommunistischen Revolution im Jahr 1949 wurden Spucknäpfe an fast allen öffentlichen Orten aufgestellt und waren auch in Privathaushalten üblich. Und noch heute heißt es oft: „Spucken ist gut. Es hält dich gesund“. Viele säubern dabei geräuschvoll ihre Atemwege. Für viele Chinesen ist das Spucken so natürlich wie Niesen. Und so ist auch der Spucknapf weiter ein wichtiges Utensil. Nicole hat dann noch dieses Detail herausgefunden: Frisch Verheiratete bekommen solch einen Spucknapf oftmals sogar als Hochzeitsgeschenk – gefüllt mit chinesischen Datteln, Lotus, Erdnüssen und einer Art getrockneter Pflaumen….
Aber es gab noch andere Dinge:
Das Allheilmittel in China ist warmes Wasser – es ist eine Art Lebenselixier – und nicht nur bei den alten Chinesen. Es gibt kaum eine Symptomatik bei der die Empfehlung, mehr heißes Wasser zu trinken, fehlt: in der Erkältungszeit, bei Unterleibsschmerzen und Verstopfung, Kopfschmerzen, Knochenbruch, Fußpilz und Durchblutungsstörungen….
Und wenn Wasser allein nicht hilft, dann findet man den Rest eben in diesem Laden – bevor man zur Apotheke geht – dazu mehr in einem nächsten Blog.
Für uns ging es noch in den benachbarten Skulpturen Park. Hier war ich vor einem Jahr schon mal… als wir in den Osterferien uns Shanghai, Häuser und Schulen angeschaut haben. Damals war alles noch so „ganz anders als bei uns“ …
Einiges ist auch heute „noch so ganz anders…“ – so zum Beispiel die Menschen, die in den Parks Sport treiben:

Oder einem chinesischen Lieblingshobby nachgehen: sich gegenseitig fotografieren
und dafür gerne auch schon mal das ein oder andere Equipment mitbringen.

Unser Tag endetete im ehemals größten Starbucks der Welt (man soll ja den Tag immer so beenden, wie man ihn begonnen hat – ich weiß nicht, ob der Erfinder der Weisheit Cafébesuche meinte, aber wir taten es dennoch). Ehemals größter Starbucks der Welt, weil seit November 2019 der Shop in Chicago dem in Shanghai diese Rolle abgenommen hat….

















