
Erst auf den zweiten Blick nimmt man den Felsen im Hochhaus-Gewimmel wahr: Was macht dieser Fels mitten in der Stadt? Ist er echt? Gehört er zur Architektur? Hat er eine Funktion?
All die Fragen kann ich noch nicht beantworten, denn bisher habe ich noch keinen gefunden, der ihn auch schon mal gesehen hat und im Internet gibt es gar keinen Hinweis auf dieses Konstrukt… ALSO? Richtig: eine Rechercheaufgabe mehr…
Entdeckt haben wir dieses Gebäude bei einer der vergangenen Radtouren durch die Stadt der 1000 Gesichter. Am Anfang von Corona sind Nicole und ich nicht mehr mit der U-Bahn gefahren, da es aufwendiger war, sich vor den Fahrten zu registrieren. Das muss man nicht mehr – aber wir haben Gefallen am Fahrradfahren gefunden, da man mehr entdeckt (Felsenhäuser zum Beispiel).

Die Drahtesel führen uns ab und zu auch zu schon bekannten Orten. Manchmal ungewollt, diesmal gewollt.
Im November vergangenen Jahres waren wir im Yu Garden – also eher am Tempel – und auch da eher im Geschäftsbereich.

Der Yu-Garten selber wurde 1559 von einem hohen Beamten der Ming-Dynastie, als Privatgarten für seinen Vater erbaut. Während des ersten Opiumkrieges, des Taiping-Aufstandes und während des zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges wurden die Parkanlagen beschädigt. Ende der 1950er Jahre wurde die Gartenanlage renoviert und der Park 1961 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Noch war ich nicht direkt in ihm, weil Drumherum viel zu viel schon zu sehen ist.
In den umliegenden Kaufhäusern bekommt man alles, was man für das alltägliche Leben benötigt: Unterhosen, Hosenträger, Strickgarn, Pinsel und Bommel in jeder erdenklichen Farbe,

Bänder aller Marken:

Haushaltswaren,

bis hin zu alten Schuhen:

Diese Schuhe haben mehrere Monate auf mich gewartet und nun gehören sie MIR!
Schon im November war ich mit Nicole in der vierten Etage eines Kaufhauses, auf der eher Trödelsachen verkauft werden. Und schon vor ein paar Monaten waren mir die Schuhe aufgefallen. Aus welchem Grund auch immer hatte ich sie damals nicht gekauft, und seitdem immer mal wieder bereut. Dann kamen Weihnachten, Chinese New Year und Corona, die Geschäfte wurden geschlossen. Letztere öffnen langsam wieder und unser Entdeckergeist will befriedigt werden.

Nach einer Mittags-Stärkung ging es zum Ort der Begierde – an einem Parkplatz vorbei, auf dem ich einen „alten Bekannten“ getroffen habe.

Im November 2019 
im Mai 2020
Nun werde ich wohl mal regelmäßig vorbei laufen und schauen, wie es ihm geht!
Aber zurück zu den Schuhen! Sie haben auf MICH gewartet! Ganz brav und ohne sich zu bewegen haben sie die ganze Zeit dagestanden. Klar, dass das ein Zeichen war und sie nun in meinem Besitz sind.
Jetzt stellte sich nur die Frage: wo kommt Ihr her und was ist Eure Geschichte? Auf Wechat gibt es „Moments“. Dort postet man Bilder und was man so macht.

So habe ich die Schwarmintelligenz befragt und prompt eine Antwort bekommen:

Siehe da, Schuhe, wie meine, stehen im Museum. Sie scheinen in der Tang Dynastie ( 617 bis 907, gilt in der historischen Forschung als ein Höhepunkt der Geschichte Chinas) Mode gewesen zu sein. Die Clogs sind anscheinend eine Art Regenschuhe, die die Reichen und Offiziellen (Politiker) getragen haben, um trockenen Fußes von A nach B zu kommen. Ich hätte eher gedacht, dass es Arbeiter oder Bauernschuhe seien. Aber Leder und Metall konnten sich anscheinend nur die Wohlhabenderen leisten…
Da sie heute nicht so teuer waren, konnten wir unser Geld noch in ein Eis investieren, bevor es wieder nach Hause ging.

Die Schuhe sind aber ohne Absatz🤭😂…
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Mal etwas anderes 🙂
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