Heute wird es romantisch… unsere Drahtesel führten uns zur Straße der süßen Liebe – der Tian’ai Road. So war es auf jeden Fall Nicoles Absicht. Ich verrate vermutlich nicht zu viel, wenn ich sage: wir kamen nicht auf direktem Wege dort an.

Nachdem wir ca. 40 Minuten durch Shanghai gestrampelt waren (bald kommt mal ein kleiner Film, um Euch am Chaos teilhaben zu lassen), kamen wir in der Tian’ai Road an. Zwar sah ich nicht das, was ich dachte sehen zu können, dafür aber ein verwirrtes Gesicht von Nicole… Weit und breit kein Zeichen von der erhofften Liebesmauer, sondern ein X-beliebiges Wohnviertel – unter anderem mit einem lokalen Straßenfriseur.

Aber so schnell lassen wir uns ja nicht unterkriegen! Während im Hinterkopf schon Plan-B in der Mache war, studierte Nicole noch mal die Karte.

Und siehe da: wir hatten uns doch tatsächlich wieder verfahren…Allerdings nur an der letzten Kreuzung. Da sind wir links statt rechts abgebogen. Also schnell zurück und siehe da: wir waren am richtige Ort!

526 Meter ist sie lang, 13 Meter breit, die Tian’ai Road, die Straße der süßen Liebe. Und eigentlich recht einfach zu finden (sorry, Nicole).

Es heißt, wenn Liebende Hand in Hand auf dieser Straße entlang schlendern, wird ihre Liebe ein Leben lang halten. (Also überlegt Euch gut, mit wem Ihr durch diese Straße geht)
Begleitet werden die Liebenden von 28 Liebesgedichten – von chinesischen Schriftstellern, aber auch von Shakespeare und Goethe.
Leider kam irgendwann die „Tradition“ auf, dass die Liebenden sich auch auf der Wand verewigen mussten, und leider nicht nur da, sondern einige eben auch die Gedichte unleserlich machten.
Dennoch steht am Ende der Straße ein spezieller Liebesbriefkasten. Jeder Brief, der aus diesem besonderen Kasten verschickt wird, wird mit einem Liebesstempel versehen. Der Adressat soll so die Liebe aus dem Brief spüren.

Glücklich, alles gefunden zu haben, ging es in ein Nachspeisen-Lokal. Vor einigen Monaten hatten wir uns ja schon einmal in ein solches verirrt und die Nachspeisen waren SUPER-LECKER! Diesmal war es … lecker.
Auf dem Weg zurück zum Fahrrad beschäftigte uns dann noch die Frage: Was kann man hier machen? (wir wissen es immer noch nicht)

Während wir wieder Richtung Innenstad radelten, kamen wir noch zufällig in der „Cultural Street“ vorbei. Das goldene Zeitalter der Straße war in den 1920er und 30er Jahre, als sie Schriftsteller und andere prominente Bewohner anzog und sie damit den Ruf eines lebendigen Denk-und Literaturzentrums erhielt.
Heute erinnern einige Statuen an die Geschichte und ein kleines Programm-Kino lässt erahnen, wie das Leben damals hier war.

Die Fitch Memorial Church ist eine Mischung aus chinesischen und westlichen Baustilen und heute die einzige noch erhaltene Kirche in diesem gemischten Stil in Shanghai (leider wegen Corona geschlossen).

Für uns ging es weiter – und bei jeder Pedalumdrehung gibt es neue Dinge zu entdecken:

In Shanghai kann man an jeder Ecke Fahrräder ausleihen, wenn man die App hat und dementsprechend bezahlt. Es ist nicht teuer und so nutzen viele Shanghainesen dieses Angebot. Viele stellen die Drahtesel aber nicht an den vorgesehenen Stellen wieder ab, und so werden sie regelmäßig im Gebiet eingesammelt und an ihren Platz wieder gebracht.

Zum Abschluss der Tour fuhren wir noch an einem Park vorbei, in dem sich Paare abends treffen, um gemeinsam zu tanzen. An einem der kommenden Tage werden Nicole und ich uns mal richtig früh aus dem Bett quälen und uns das Morgenleben (mit Tanz und Qigong etc.) der Stadt anschauen… Also: bleibt dran, es bleibt spannend.













Hi Alex,
Ich bin schon wieder begeistert, was für tolle Sachen ihr beide da macht…
Wie gern wäre ich dabei…
Im Moment ist es hier ziemlich langweilig…die coronakacke beeinflusst immernoch sehr das Leben.
Ich hoffe, wir hören und sehen uns bald mal wieder
Liebe Grüße Ines
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Hi Ines! Das hoffe ich doch, dass wir uns bald wieder sehen! Und vielleicht machen wir dann die Stadt ja wirklich als Trio unsicher!
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Na klar bleib ich dran😉..lass mich nicht so lange warten
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