Gestern war in China das Drachenboot Fest! Das bedeutet erst einmal: drei Tage frei! Für die meisten! Chinesen sind fleißig und serviceorientiert. Wer aber denkt, dass sie keinen Spaß und Ruhepausen haben, der vertut sich gewaltig. Essen und Festtage sind hier fast noch heiliger, als in Europa. Allerdings werden freie Tage nachgeholt. Zum Beispiel ist das Drachenboot Fest in diesem Jahr am Donnerstag, Freitag ist ein Brückentag und Samstag eh frei. Allerdings geht es am Sonntag zur Arbeit – um den Freitag auszugleichen.

Jeder weiß, das momentan große Menschenversammlungen eher vermieden werden sollten. Daher wurden zwar die traditionellen Drachenboot-Rennen nicht abgesagt, aber man kann sich lediglich online verfolgen. Das findet der ein oder andere hier gar nicht so schlimm, denn die Rennen bei Regenwetter (und wenn ich von Regen rede, dann meine ich auch Regen: warm und sehr viel) von der heimischen Couch aus zu schauen, hat auch seinen Reiz. Wenn dann noch Freunde und Familie kommen und man gemeinsam Zongzi isst und Wein oder Bier trinkt, dann ist die Welt in Ordnung.

Zongzi ist Klebereis, der entweder mit Fleisch, Nüssen, Trockenfrüchten oder Ei gefüllt und mit Palmblättern zu einer „Pyramide“ geformt und eingepackt wird. Die Tradition geht – wie so oft hier in China – mehrere Tausend Jahre zurück:
Der Dichter und Politiker Qu Yuan (340 v.Chr.- 278 v.Chr.) wurde damals wegen seiner politischen Meinungen, die dem königlichen Hof widersprachen, ins Exil geschickt. Nach jahrelanger Trauer ertränkte er sich im Fluss Miluo. Die Menschen, die Qu Yuan verehrten, sollen Zongzi zubereitet und in den Fluss geworfen haben, in der Hoffnung, dass sein Körper nicht von den Fischen gefressen werde. Heute isst man die Zongzi lieber selber und trifft sich beim Dachenboot-Rennen (oder in diesem Jahr eben daheim).
