Das Hawaii von China

Auf Hawaii war ich leider noch nicht, dafür aber nun an der chinesischen Südsee:

Für alle, sie genauso geographisch bewandert sind wie ich: da, wo der Pfeil ist, befindet sich die Insel Hainan:

Es ist sehr schade, dass man in Europa so wenig über die asiatische Geschichte lernt. Für mich war China ein sehr spartanisch beschriebenes Blatt, was sich auch jetzt nur langsam füllt. Aus einigen Rückmeldungen auf meine Blogs weiß ich, dass mancher auch gerne etwas mehr über die Kultur und Vergangenheit des Landes erfährt und deshalb ein kurzer Exkurs: In den Jahren 1939 bis 1945 war Hainan japanisch besetzt. Am Ende des Chinesischen Bürgerkriegs im Mai 1950 wurde die Insel von den Kommunisten erobert. Hainan wurde im April 1988 zu einer eigenständigen Provinz und zugleich zu Chinas größter wirtschaftlicher Sonderzone ernannt. Viele Leute kaufen deshalb heute fleißig in den Malls ein und führten ihre Waren „duty free“ ins chinesische Festland ein: Markenkleidung, Parfum, Zigaretten und Alkohol. Viele unserer Mitreisenden hatten eine Menge Tüten im Handgepäck. 

Wir genossen „lediglich“ unseren Urlaub am Strand und dem gigantisch schönen Pool. Ich bin einmal um den Pool geschwommen: 350 Meter war er „lang“ und in einem Bereich gab es sogar einen Teil für Kinder, der mit Sand ausgelegt war.

Wir haben uns wenig vom Hotel weg bewegt.

Erstens war es schön dort und man konnte prima relaxen:

Zweitens hatten wir leider die Ausläufer eines Taifuns und ab und zu auch recht heftigen Regen.

Drittens hatten wir hier einiges zu beobachten, denn auch hier waren Brautpaare vertreten. Überall, wohin man nur schaute. An einem Teil des Strandes gab es ein Open-Air Foto-Studio. Hier konnte man vom Schimmel für den Prinzen, über die Jacht bis hin zur Kirche für die Hochzeitsfotos wählen.

Hochzeit bei der Mittelklasse in China ist eine Mischung aus Tradition und Moderne und da sind die zahlreichen vorehelichen Bilder inklusive verschiedener Posen, Outfits und oftmals exotischen Locations ein essentieller Teil der Hochzeitszeremonie. Solche Bilder sind Pflicht, die Fotos werden am Hochzeitstag ausgestellt. Das ganze hat eine noch nicht so lange Tradition und ist quasi Folge der Kulturrevolution, während der die maoistische Politik das Land im Grunde zum Stillstand gebracht hatte. Viele Chinesen dachten, damals, niemals wieder ins Ausland reisen zu können und fingen damit an, vor der Hochzeit Fotos vor europäische aussehenden Gebäuden zu machen. Daraus entstand der Trend, der eine ganz neuen Industriezweig ins Leben rief. Heute können die Leute reisen und begnügen sich nicht mit der Fotokulisse. Sie reisen oft an schöne Plätze (sehr beliebt und teuer: Europa) und lassen sich dort fotografieren. Quasi eine Vorhochzeitsreise. Mir macht es mächtig Spaß, den Paaren beim Posen zuzuschauen – noch mehr, wenn es entspannt aus der Hängematte geschehen kann. 

Gewöhnungsbedürftig sind für mich noch „die asiatischen Tischmanieren“. Ich weiß, dass es nicht „die Asiaten“ oder „die Deutschen“ gibt, aber dennoch gibt es Trends und die zeigen sich morgens schon sehr deutlich. 

Der Tisch biegt sich mit Essen und man fragt sich: wo lassen die Chinesen das? Denn auch, wenn sie nicht dürr sind, fett sind sie nicht (obwohl das Problem der übergewichtigen Kinder auch hier zunimmt – aber das ist ein anderes Thema). Auf jeden Fall lieben sie Eier. Ich habe noch kein Land gesehen, in dem soooooooo viele unterschiedliche Eier im Supermarkt angeboten werden und Menschen sie auf einmal auch essen. Aber zurück an den Frühstückstisch: Nudelsuppe, Dumplings, Omelett, Früchte, Eier und dann heißt es an die Stäbchen und Handies, los! (Diese Dame ist mit dem Löffel eine Ausnahme) In leicht vorgebückter Haltung über den Teller, jeder auf sein Smartphone fixiert, wird das Essen hineingeschaufelt. Und da man seine Filmchen auf dem eigenen Handy so schlecht versteht, wenn der Nachbar seinen so laut schaut, muss man natürlich das Volumen noch mal etwas höher drehen. Ein echtes Erlebnis am Morgen. Ich brauchte kein Smartphone (mal abgesehen davon, dass ich es doch brauchte, um das Foto zu machen), ich hatte mein Filmchen live und in Farbe vor mir und konnte das Treiben beim Cappuccino beobachten, bevor es dann zum Verdauungsspaziergang an den Strand geht. 

Und auch hier wieder viele Angler. Warum man dabei einen Helm tragen muss, hat sich mir nicht direkt erschlossen, aber ich mochte das Pärchen.

Abends hat es uns ab und zu dann doch aus dem Hotel in andere Restaurants gezogen, die neben gutem Essen auch für Skurrilitäten sorgten. 

Und auch der Ausflug ins Aqua Land war ein Erlebnis. Es ist an ein Hotel angeschlossen, in dem es rund ums Wasser geht. Wer hier wohnt hat zu Shows oder dem eigenen Aquarium unbegrenzten Eintritt. Wir haben uns lediglich die Fische in der Hotel-Lobby angeschaut. Sehr beeindruckend.

Ebenso das Rutschenerlebnis! WAHNSINN!

Ja, ich war drauf und bin einfach so in den Trichter gespuckt worden (auf einem Reifen). Es war ein Riesengaudi!

Das „einfach mal Treiben“ in der Masse haben wir und dann allerdings geschenkt, ebenso den freien Fall, den man in dem Gebäude im Hintergrund haben konnte. Spannend waren auch die Menschen. Leider hatte ich mein Handy nicht dabei – im Gegenteil zu den anderen Besuchern, die sich extra wasserdichte Brusttaschen besorgt hatten, damit sie auch hier nicht ohne das geliebte Handy sein müssen. Viel spannender waren aber die Bekleidungen. Manche kamen in langen Kleidern oder voll vermummt zu dem Rutschenspaß. 

Das ist ein Bild, dass eine Bekannte an einem anderen Strand gemacht hat, aber so liefen einige Menschen bei uns auch rum.

In Summe also ein sehr entspannter Urlaub mit vielen Eindrücken, gutem Essen und sehr viel Spaß!

  1. Quasi Hängemattenkino mit viel Erholung. Andere Länder andere Sitten und doch irgendwie vertraut. Es soll ja hier auch Leute geben die Ihr Essen lieber kalt essen als unfotografiert

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