Kultur mit Abstand

Langsam, aber sicher erwacht in Shanghai auch das kulturelle Leben wieder. Die Kinos haben vor ein paar Wochen ihren Betrieb aufgenommen und auch Theater und Konzerte bieten Aufführungen an. Allerdings dürfen die Säle nur zu 50 Prozent besetzt werden, und es herrscht Maskenpflicht. 

Publikum und insbesondere Künstler sind ausgehungert – das hat man bei der Vorstellung im Shanghai Oriental Art Center gemerkt. Energie, Freude und Spaß sprangen quasi als Funken von der Bühne auf die Zuschauer. Das Ergebnis: Ein atemraubender Abend, an dem ich jede Minute genossen habe.

Die Geschichte basiert auf der chinesischen Volksballade Hua Mulan. Sie ist die älteste Tochter eines hoch geehrten Kriegers. Als der Kaiser befiehlt, dass ein Mann aus jeder Familie in der Armee dienen muss, als die Hunnen ins Kaiserreich einfallen, springt Mulan, als Mann getarnt, für ihren kranken Vater ein. Sie nimmt den Namen Hua Jun an und wird einer von Chinas größten Kriegern. Während des Kriegs offenbart sie ihr Geschlecht und wird verstoßen. Trotzdem kämpft sie weiter für den Kaiser und wird nach Fürsprache ihrer ehemaligen Kameraden wieder in die Armee aufgenommen. Der Kaiser bietet ihr an, Offizier in seiner Armee zu werden, doch sie beschließt, zurück in ihr Dorf zu kehren.

Das Publikum war recht interessant gemischt. Eine Menge junger Menschen, viele Frauen und sogar Eltern mit recht  kleinen Kindern (4-6 Jahren).

Allerdings merkt man auch, dass viele Leute noch sehr verunsichert sind, wann sie klatschen sollen und werden mit Leuchttafeln dazu aufgefordert, die Handys auszuschalten und bitte keine Fotos zu machen (eine echte Einschränkung für die breite Bevölkerung).

Nach Ende der Vorstellung wurden sie dafür belohnt und durften mit den Schauspielern ein Foto machen und bekamen Autogramme. 

  1. Sehr beeindruckend!! In der Zeitung habe ich, gestern oder heute morgen, gelesen, dass Mulan auch ganz aktuell von Disney verfilmt wurde. Ganz liebe Grüße aus der Heimat 😘😘

    Übrigens hat Schmitz-Lökes einen neuen Pächter, irgendein Nobel-Italiener aus Duisburg, wir werden berichten..

    – ST –

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