Nun weiß ich endlich, wie es sich anfühlt, Protagonist zu sein: super 😉

Ich habe zwei sehr spannende Tage hinter mir, in denen ich mit einem chinesischen Team und einem britischen Priester, der seit 20 Jahren in Shanghai lebt, einen Film über Traditionen zum Chinesischen Neujahr gedreht habe. Die Idee kam von „Minhang Today“ – einer Internet Plattform der Region. Etliche Medien haben sich drangehängt: Lokalfernsehen, andere lokale Internet Medien. Thema ist „Expats erleben Chinese New Year“. Ich hatte vorrangig die Rolle der Protagonistin mit leichtem „journalistischen“ Input bei der Umsetzung… bin mal gespannt, was rauskommt! Klar, werde ich das Produkt im Blog veröffentlichen!!!

Fast hätte ich geschrieben: angefangen hat alles am Tempel in der Nachbarschaft… Aber das stimmt gar nicht. Denn angefangen hat es in den Räumen der lokalen Regierung:

Hier war Lagebesprechung und die Visagistin nahm uns unter ihre Fittiche. Dann erst ging es zum Tempel, vor dem sich nichts-Böses-ahnende-Männer getroffen hatten, um ein Ründchen Karten zu spielen und für uns leider weichen mussten.

Viele Tempel in China sind buddhistisch oder Konfuzius-Tempel. Dieser wunderschön bunte ist ein daoistischer (oder taoistischer) Tempel.

Der Daoismus („Lehre des Weges“) ist eine chinesische Philosophie und Weltanschauung und wird als eigene und authentische Religion angesehen.

Wer in den Tempelbereich will, muss erst mal an dem Tempelwächter vorbei. Er passt auf, dass das Böse draußen bleibt. Wir schienen sauber zu sein, und wurden nicht von ihm attackiert. Zwei nette Mönche empfingen uns freundlich und führten uns in die Kunst ihrer Religion ein. Der ursprüngliche Tempel wurde vor ein paar hundert Jahren hier erbaut und fiel der Kulturrevolution in den 1960er Jahren zum Opfer. Nach und nach wurde die Gebetsstätte wieder aufgebaut – das letzte Gebäude wurde vor 10 Jahren errichtet.
Hier huldigen die Gläubigen Guan Yu, ein General der Han-Dynastie. Um ihn herum 12 Wächter, Gelehrte und Generäle, die die 12 Tierkreiszeichen verkörpern, zu denen man dann im Bedarfsfall beten und sie um Rat fragen kann.

Unsere zweite Station war ein Großmarkt. Hier gibt es unzählige Stände mit allem, was der Magen begehrt – unzählige Gänge mit Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse. Da in Shanghai oft vieles größer ist, als an anderen Orten, wurde uns auch eine Riesen-Krabbe präsentiert. Auf die Frage, wie man das große Tier (das die vergangenen vier bis fünf Jahren in der Natur sein Leben genossen hat) in den Topf bekommt, wollte mir keiner so richtig antworten.

Abschießend waren wir bei einer Familie in der Wohnung, um den ersten Drehtag abzuschließen. Was ich überraschend fand, war der Hinweis in der 9. Etage des Wohnhauses: Abstellen von Motorrädern verboten.

Morgen geht es weiter mit einem Bericht über den zweiten Drehtag…..


Das hört sich sehr spannend an. Und denk dran posen, posen, posen💃
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