
So, die Möbel sind dann hoffentlich auf ihrem Weg in das Land der aufgehenden Sonne. Unterm Strich ist alles gut gelaufen. Vier Tage haben wir dann gemeinsam gepackt und geschleppt. Vier Männer vom Umzugsunternehmen haben alle CD und Bücher akribisch katalogisiert. Alle unsre Sachen sind auf einer Liste festgehalten. So detailliert hatte ich noch nie unseren Haushalt im Blick. Alle Möbel mussten einzeln eingepackt werden. Das Schiff hat 30 Grad Krängung auf jeder Seite – da muss alles bombenfest sitzen, wenn man kein Puzzle am Ende im Container haben möchte und irgendwie hänge ich schon an unsren Dingen. Nun hoffe ich nur, dass der Container auf seiner Tour ins Meer fällt. Dann kann ich zwar nachweisen, was ins Meer gefallen ist… aber die Fotos und andere persönlichen Dinge wären weg. Also: always look on the bright side.
Kleine Pannen gab es dann doch. Angefangen mit der Tatsache, dass – aus welchen Gründen auch immer – die Alarmanlage sich nicht mehr abstellen ließ. Unter tosendem Lärm packten die Männer tapfer weiter… Bis sie dann doch ausging…. Danach stellte ich fest, dass sich die Arbeitsplatte in der Küche wölbte…. Nach nicht mal einem Jahr (kein Problem, sagte man mir beim Küchenbauer. Geben Sie mir mal bitte Ihre Kundennummer…. Tja, die war dann mal in einem Karton in einem Container…. Fortsetzung folgt).
Sabine hatte und nun schon seit Tagen mit Mittagessen versorgt: Kartoffelsalat und Würstchen, selbstgemachte Pizza, Mettbrötchen, Kaffee…. da bliebt kein Wunsch offen. Und zum Schluss wollte sie eigentlich nur noch Tschüß sagen. Und mir vermutlich beistehen, als die Frage aufkam: WO IST MEIN VISUM??? Bis zum Mittag hatte ich den Ordner mit den Unterlagen wie ein Augapfel gehütet… und jetzt war er weg. Selbst die Umzugsmänner merkten: Holland in Not. Alle versuchten zu helfen. Und eifrig wurden einige Kartons noch ausgepackt. Tja, und da war es mein Visum. Mit den anderen Ordnern in einem Karton für den Sprinter.

Denn ein paar Dinge können und wollen wir nach Shanghai nicht mitnehmen. So zum Beispiel Wein. Der wird teuer versteuert wenn man ihn nach China bringt. Also müssen wir ihn am Bodensee geniessen (In China wird angeblich mehr französischer Wein getrunken, als in Frankreich produziert wird…).

Nachdem das Visum in meiner Handtasche verstaut wurde, verabschiedetet sich der Containerfahrer. Er sei dann mal weg…. und gab Gas. Kurze Zeit später kam die Frage auf: Warum steht das große Sofa noch im Wohnzimmer? Kurzer Schreck und dann Erleichterung. Es hat nicht mehr in den Container gepasst und wird einzeln verschickt.
Ende gut, alles gut! Umarmung, Winken und dann Gas!

Jepp, das Visum..spannend war’s
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WOHL WAHR UND OHNE DICH wäre ich nicht hier, sondern kollabiert in der Ecke 🙂
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