Nach oder zu… auf jeden Fall nicht geschlossen…

Da steht man morgens auf und meint, es würde ein ganz normaler Tag. Und dann passiert es:

Heute wollte ich mich eigentlich nur mit ein paar Frauen zum Mittagessen treffen, Kleinkram erledigen und am Nachmittag mit Max in eine Mall fahren.

Schon beim Spazierganz mit dem Hund fing das Entdecken an. Ein fünf Kilometer langer Park entsteht recht fußläufig zu uns.

Aber das sollte erst der Anfang der Überraschungen sein! Ich sattelte meinen kleinen Drachen und ritt in eine mir noch unbekannte Richtung. Bei dem Strassenverkehr muss man überall seine Augen haben – ich werde in den kommenden Tagen mal einen Ritt filmen. Heute brauchte ich das Navi, um am Ziel „the HUB“ in sechs Kilometer Entfernung anzukommen.

Ein Viertel mit Bürohäusern und spannenden Konstruktionen. Noch ist es übersichtlich und relativ leer – die Infrastruktur läßt aber ahnen, dass in kurzer Zeit mehr Menschen hier sich tummeln werden. Am Ziel angekommen sah ein netter Mann meine Ratlosigkeit im Gesicht und winkte mir freundlich zu, wies mich durch eine kleine Schranke und deutet auf das Zeichen zum Rollerparkplatz.

Hier musste ich also runter, o.k….. Etwas fester den Griff und die Bremse gegriffen und runter ging es. Leider kam nach der ersten Ecke die zweite Überraschung:

Nach zwei weitern, komplizierten Wendemanövern und Etagen rann mir der Schweiss nur so übers Gesicht. Anstrengung, Konzentration und die Temperatur waren Katalysator. Aber was ich dann sah, machte mich absolut nicht glücklich!

Nicht ein klitze-kleines Fleckchen für meinen kleinen Drachen. Nach intensiver Suche und 20 Minuten später entschied ich mich, den Roller wieder die zahlreichen Rampen und Kurven hoch zu schieben. 10 Minuten später fand ich draussen eine Parklücke und wurde im Restaurant mit gutem Essen und netten Menschen für dieses Abenteuer entschädigt.

Im „Innenhof“ gibt es doch tatsächlich auch wieder ein deutsches Brauhaus. Wir waren aber in einem kleinen, eher französisch geprägten Bistro. Hier habe ich meine WeChat-Pay Jungfräulichkeit verloren- für einen mediterranen Salat und einem Avokado-Bananen-Smoothie. Die Sünde war es wert…..

Die meisten Frauen mussten Ihre Kinder früher als sonst von der Schule abholen, weil heute „early release“ ist und die Schule um 13:20h endet (in der Regel geht sie bis 15 Uhr). Um Max muss ich mir keine Sorgen machen. Der kommt selbständig nach Hause und trifft sich mit seinen neuen Freunden. Also hatte ich noch Zeit, mir den HUB näher anzuschauen, schlenderte durch eine recht leere Halle, die zu einem großen Bahnhof führt und kam mal wieder durch eine Tür in eine andere Welt. Manchmal komme ich mir wie Alice im Wunderland vor 🙂

Wieder eine Mall mit allem, was man sich so vorstellen kann. Und das sechs Kilometer von uns entfernt. Das ist mal ein Ziel für kommende Regentage ….oder wenn mich die Langeweile überkommt.

Auch der Weg nach Hause war wieder ein Abenteuer. Denn manchmal weiß ich noch nicht, wo ich mit dem Scooter fahren darf. Besonders spannend wird es, wenn die Mofaspuren aufhören und man einfach auf der Strasse fahren muss – so geschehen auf dem Hinweg. Da war ich dann auf der obersten Strasse unterwegs…

Den Griff mit den feuchten Händen fest umklammert brause ich dann der Masse einfach hinterher.

Bevor es nach Hause ging, hatte ich mich jedoch noch mit einem Kaffee bei Luckin Coffe gestärkt (eine chinesische Konkurrenzt zu Starbucks). Ein freundlicher Mann erklärte mir, ich solle den QR-Code scannen und beim ersten Mal gebe es einen Kaffee umsonst. Wild tippte er dann auf meinem Handy rum, bestätigte chinesische Schriften, gab Nummern ein und drückte mir das Handy und einen leckeren Cappuccino in die Hand. Jetzt bin ich ein Lächeln und eine Luckin Coffee Karte reicher.

Doch damit nicht genug Abenteuer für den Tag. Nach kurzer Erholungsphase ging es am Nachmittag weiter.

Richtig gelesen… wir fuhren zu Aldi! Von unserm Fahrer wurden wir in der Tiefgarage abgesetzt mit den Worten (übersetzt) „in der ersten Etage muss es irgendwo sein…“. Eine bemalte Wand wies uns den Weg und wir mussten – mal wieder – durch eine kleine Tür… die Geschichte kennt Ihr ja und so war es auch dieses Mal wieder.

Vor uns eröffnete sich ein sauberer, heller Supermarkt mit heimatlichen Produkten zu erstaunlich bezahlbaren Preisen:

Mit viel Gekicher und einem „schau mal hier“ und „schau mal da“ bahnten Max und ich uns unsern Weg zur Kasse und verließen den Laden mit zwei großen, gefüllten Taschen und …. richtig: einer Aldi-Karte auf dem Handy!

  1. Wahnsinn diese Hochstraße, da bricht einem ja der Angstschweiß aus, ohne sie befahren zu müssen…🥴
    Ein Aldi in Shanghai – eventuell auch mit Spülmaschinentabs🤣🤭??

    Gefällt 1 Person

  2. Hat der Aldi auch Spülmaschinen Tabs??

    Ganz liebe Grüße, jetzt wieder in Düsseldorf im Alltag angekommen. Max hatte sich in Singapur übrigens ein Bakterium eingefangen (Campylobacter), das für Durchfall und Fieber sorgt, und sogar in Deutschland meldepflichtig ist.. nach ein paar Tagen mit jeder Menge Hefekapseln geht es ihm schon besser und er selbstverständlich in die Schule, es gilt ja auch in den neuen Kursen sich einen gescheiten Sitzplatz zu organisieren.

    Schön zu hören, dass es Euch gut geht und Ihr auch schon nette Bekannschaften geschlossen habt, insbesondere dass der Max sich in seiner Schule wohl fühlt.

    Haltet Euch tapfer, wir lesen gerne Deinen Blog!! Lustig und interessant!!

    Grüße aus der Heimat 😘😘

    – ST –

    >

    Gefällt 1 Person

Hinterlasse einen Kommentar