Heiße Cola, Kunst und Rush-Hour…

Da die Temperaturen nun eher auf Herbst umgestellt werden (also etwa 24 Grad), und wir anscheinend momentan noch sehr viel Glück mit dem Wetter haben – warm, Sonnenschein und nicht all zu schlechte Luftqualität – drehen Quin und ich mit dem Fahrrad immer größere Runden:

Und da entdeckt man wieder ganz andere Sachen: Spannend ist manchmal die Arbeitsteilung hier. Einer arbeitet und mehrere (hier nur ein weiterer) schauen zu und tun ihre Meinung kund. Das ist relativ häufig hier zu beobachten. Leider verstehe ich die Diskussionen untereinander (noch) nicht.

Bei unsren Touren entfernen wir uns dementsprechend auch immer weiter von der „Blase“ ( dem Zentrum, in dem wir wohnen) und trauen uns in neue Gebiete – wie zum Beispiel in das angrenzende Viertel, in dem wohl mehr Chinesen wohnen, als bei uns. Besonders bemerkenswert finde ich bei den doch recht einheitlichen Bauten die Variation an Haustüren. Habe noch nicht rausbekommen, ob diese vielleicht von den alten Häusern stammen, in denen die Leute vorher gewohnt haben oder ggf. von den Eltern sind o.ä.

Hier wird gebaut ohne Ende… es ist der Wahnsinn. Ich weiß, ich hatte es schon ein paar mal geschrieben, aber es is immer wieder erstaunlich! Und dann die Gegensätze! Neubauten:

Direkt bei uns um die Ecke – noch wohnt hier niemand….noch

Direkt bei uns um die Ecke – noch wohnt hier niemand….noch

und direkt gegenüber – landschaftliche Idylle…..man würde nicht denken, das es einmal links und dann rechts von der Straße fotografiert wurde.

Sachi Koto, die erste asiatische Anchor-Frau bei CNN hat in der Schule vo Max einen sehr eindrucksvollen Vortrag über ihr Leben und ihre Karriere gehalten.

Obwohl sie in zweiter Generation in den USA geworden wurde, und ihre Eltern schon Amerikaner waren, hatte Ihr Vater ein paar Jahre im Arbeitslager in den USA verbracht, weil er japanische Wurzeln hatte. Ich hatte davon bewußt noch nichts gewusst! Apartheid, Diskrimminierung und Rassismus hat sie persönlich erlebt, sich durchgekämpft und Erfolg gehabt. Eine bemerkenswerte Frau!

Wie die Jungfrau zum Kinde bin ich an eine Rolle gekommen, bei der ich für den deutschen Club eine regelmäßige Veranstaltung „Bon Appetit“ mit Nicole organisiere. Ein Mal im Monat sorgen wir für ein leckreres Mittagessen irgendwo in Shanghai. Das bedeutet Testessen (kann ich) und verhandeln (kann ich jetzt auch).

Bei leckerem Obst, Tee und heißer Cola mit Ingwer haben wir beide wilde Verhandlungen mit einer Dame vom Restaurant Canton Table am Bund gehabt. Der Bund ist die Touristenattraktion und Restaurantmeile mit meist gehobenen Lokalen. Unter anderem ist im Haus „Three on the Bund“ eine Galerie, die gerade das Thema Essen und chinesische Kunst als Ausstellung hat. Dies sollte nun durch uns (Anfängerinnen) organisiert werden. Durch das Beschriebene könnt Ihr Euch ggf. vorstellen, dass die Preise nicht am unteren Rahmen liegen. ABER WIR WAREN ERFOLGREICH, haben ein gutes Menü zu einem guten Preis nach einer heftigen Diskussion auf Chinesisch (sehr wenig), Englisch (mehr) und Zeichensprache (eindrucksvoll) bekommen.

Viel Tee ist geflossen und eben die erwähnte heiße Coca Cola. Nicole war sehr erkältet und nach einem Hustenanfall wurde ihr eine Tasse mit heißer, fast schwarzer und sehr süßer Flüssigkeit vor die Nase gestellt. Heiße Coca-Cola mit Ingwer. Es roch eigentlich erstaunlich gut, schmeckte – nach Aussagen Nicols – gar nicht so schlecht und half wunderbar…. Also mal ausprobieren, wenn die nächste Herbsterkältung kommt.

Zufrieden ging es dann in die Galerie zum Gespräch mit dem Inhaber, einem amerikanischen Ex-Rechtsanwalt… Als er uns etwas erstaunt über die noch zuckenden Fische sah, konnte er uns beruhigen. Sie werden jeden Abend wieder aufgeladen und sehen nur echt aus!
Mehr zu der Ausstellung gibt es im Bericht über die Veranstaltung.

Wir haben uns nach den Strapazen ins oberste Restaurant – in der sechsten Etage – begeben und genossen: Aussicht und Essen:

Typisches Bild, wenn Frauen hier ausgehen: meist kein Mann, aber das Handy dabei….

Und unten auf der Straße gab es dann noch etwas zum Staunen:

Die eingelassenen Lichter zeigen den immer auf ihr Handy schauenden Menschen, ob sie gehen können und bewahren sie vor Schlimmeren… NEIN, nicht dem Verkehr! Hier werden Verkehrssünder an den modernen „Pranger“ gestellt:

Für mich ging es dann anschließend mit der U-Bahn wieder nach Hause. Leider hat es etwas länger gedauert, da ich erst nicht gesehen hatte, dass sich die Linie gerade am Ende noch mal teilt – und wohl auch die chinesische Ansage überhört haben muss (hihihi)…

…und bin daher etwas in die Rush-Hour beim Umsteigen gekommen – auch mal ein Erlebnis:

Die Woche wurde mit einer eineinhalbstündigen Tanzperformance der Dance Groupe an Maxen’s Schule abgeschlossen – von Erst- bis Zwölftklässler, K-Pop bis Klassik war alles dabei!

Am Sonntag gab es noch das internationale Fest an der Schule. Alle haben sich beteiligt und es war eine tolle Atmosphäre auf dem gesamten Campus!

In einer Flaggenparade wurden alle Nationen, die an der Schule sind präsentiert

Und vom schuleigenen Film-Team begleitet 😉

  1. Heiße Cola mit Ingwer kann ich mir vorstellen! Die nächste Erkältung kommt bestimmt 😅 Ich werde berichten. Tolle Bilder, danke “ für’s mitnehmen „

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