Auf dem Friedhof wird es eng!

Amtlichen Angaben zufolge sterben rund 120.000 alte Menschen in Shanghai, Tendenz steigend – und der Platz wird knapp. 

Ich habe mich schon seit geraumer Zeit gefragt, wo sie beerdigt werden. Nun habe ich einen Friedhof direkt in unsrem Viertel gefunden und habe mich auch drauf getraut. Denn man muss an einem Häuschen mit Aufseher vorbei… Selbstbewusst habe ich ihn gegrüßt und bin auf den Friedhof gegangen. Am Anfang folgte er mir noch, doch dann gab er auf und ließ mich alleine durch die Reihen ziehen.

Wenn man die Bilder auf den Steinen sieht, hätte ich – selbst, wenn ich chinesisch könnte – vermutlich nicht erklären können, dass ich das Grab meiner Oma suche… 

Es sind alles Urnengräber! Der gesamte Friedhof ist in Areale aufgeteilt, die sich überwiegend durch die Grabsteine unterscheiden:

In einer Sektion fallen Grabsteine mit – für mich erkennbare – Zahlen auf:

Wenige Gräber heben sich ab – entweder durch Kreuze:

oder andere religiöse Verzierungen:

Einige Grabsteine sind auf der Vorderseite und Rückseite beschriftet.

Wegen der Bodenknappheit und Preissteigerung kaufen viele Shanghaier anscheinend Gräber in benachbarten Regionen. Diese wehren sich aber nun gegen diesen Trend. Suzhou (ca. 100 km entfernt) ist die erste Stadt in China, in der es Menschen ohne Eintrag ins lokale Melderegister mittlerweile verboten ist, Boden zu Bestattungszwecken zu kaufen.

Eine weitere Lösung auf dem Friedhof, auf dem ich war, scheinen Häuser wie diese zu sein, in denen die Urnen in kleine „Regale“ gestellt werden.

Auf jeden Fall ist auch in China der Friedhof eher der Ort der Besinnung, selbst, wenn er inmitten von Schnell- und Hochstraßen gelegen ist. 

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