O Tannenbaum! Oh, Tannenbaum!

Vor circa 10 Jahren hatten wir in Chicago den wohl schönsten Weihnachtsbaum. Nicht, dass ich nicht jeden Baum geliebt hätte: als Kind die Kiefer, die bei meinen Eltern standen – und echt außergewöhnlich waren! Meinen ersten „eigenen“ Baum in der Wohnung, den selber gefällten…. alle! 

Aber der in Chicago war mächtig und einfach nur schön! Ich habe damals sogar die Lichterketten und Schmuck nachkaufen müssen, weil er so groß war. 

Nun haben wir wieder Platz im Wohnzimmer und eine sehr hohe Decke – also die besten Voraussetzungen, einen tollen, großen Baum zu kaufen! Einziges Problem: In Shanghai sind die Weihnachtsbäume exorbitant teuer!

Erstaunlicher Weise gibt es einige zu kaufen! Auf Taobao – der Internetplatform, auf der es alles gibt – und auf dem Blumenmarkt. 100 Euro kosten diese Schmuckstückchen.

Unabhängig vom Preis gibt es ein zweites Problem! Die Haltbarkeit! Die meisten Expats (Ausländer) starten mit der Weihnachtsdekoration recht früh, da sie Mitte Dezember langsam aber sicher China verlassen und entweder in den Urlaub oder nach Hause fahren. Ich hatte mich mit einer Frau auf dem Blumenmarkt getroffen, die bereits seit 12 Jahren in Shanghai wohnt und mir von ihrem ersten Weihnachten mit einem Gerippe an Baum ohne Nadeln berichtete. Der Tannenbaum hatte wenige Tage vor Heiligabend alle Nadeln abgeworfen… Das war wohl das zeitkritischste Fest, das sie bisher hatte. Diese Erfahrung wollte ich nicht machen. 

Also entschied ich mich, schweren Herzens, doch, nach einen künstlichen Baum Ausschau zu halten. 

Nicht alle Exemplare überzeugten mich auf Anhieb! Und bei einigen merkt man dann doch, dass Weihnachten keine asiatische Tradition ist.

Spannend finde ich, dass allerdings überall in der Stadt Christsterne zu sehen sind.

Straßen sind mit diesen Weihnachtsblumen dekoriert, fast jedes Geschäft bietet sie an. Ob die Blumen ursprünglich aus China kommen? Schnell mal recherchiert:

„Das natürliche Verbreitungsgebiet des Weihnachtssternsliegt im Westen Mittelamerikas. Als Zierpflanze wurde sie in andere tropische und subtropische Regionen eingebracht. So sind größere Bestände auch in Asien bekannt…“

Ich aber schlich wieder und wieder um einen künstlichen Baum herum – 3 Meter hoch… Soll ich es wagen? Was, wenn der Familienrat ihn nicht mag? Ein Plastikbaum zu Weihnachten? Wie sieht er alleine bei uns im Raum aus?

Während der Abwägungen und Überlegungen entdeckten wir in anderen Läden manche Kuriositäten :

Hier ist man seiner Zeit voraus….
… oder hinterher?

Am Ende  ging ich mit einer großen Kiste und  einem zusammenklappbaren Weihnachtsbaum nach Hause, wo ich meine Lieben erst einmal mit meiner Ausbeute schockte:

Natürlich künstlch – und nadelt auch noch…..

Dass es sich bei diesem Teil lediglich um die Spitze handelt, hatte ich erst später aufgeklärt.

Fakt ist, er wurde von allen goutiert und steht nun geschmückt im Wohnzimmer, wo er uns auf Weihnachten einstimmt. 

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