Nase ab und Unterhaltszahlung ans Jenseits

Heute wurde etwas für die Bildung getan: Ein historischer Spaziergang durch Shanghai!

Dass Reisen bildet, wissen wir ja nun alle – in Shanghai reist man jedoch auf Schritt und Tritt.

So habe ich heute gelernt, dass Worte wie Shampoo und Pyjama aus dem Indischen kommen. Und auch „Bund“ – was „Uferstreifen“ heißt, und damit der heutigen Promenade in Shanghai den Namen gegeben hat. 

Es war windig, frisch und spannend. So habe ich erfahren, dass während der Kultur-Revolution in China (1960ff) unter anderem Nasen von Statuen abgeschlagen wurden (wie hier den ägyptischen Statuen an der japanischen Bank), um gegen unerwünschte Langnasen, wie die Westler in China genannt werden, zu demonstrieren:

Weiter ging es über die immer noch recht leeren Straßen…

…in einen der ältesten Teile der French Consession (ein Wohnviertel, in dem  von 1849 bis 1943 überwiegend Ausländer aus Frankreich – dann auch Großbritanien und Deutschland – gewohnt haben)…

…..zur St. Joseph Kirche (täglich Messe- leider momentan geschlossen)….

….und vorbei an einer chinesischen „Trinkhalle“/ Kiosk.

Diese Häuser hier sollen erhalten bleiben, um als „Zeitzeugen“ zu berichten. Bald werden sie von neuen Hochhäusern umgeben sein.

Hier werden auch weiterhin Opfergaben für den benachbarten Tempel und das buddhistische Nonnenkloster (was nun auf meiner Liste steht, sobald das Virus verschwindet und sich die Türen wieder für die Allgemeinheit offenen) verkauft. Unter anderem kann man hier Papiergeld kaufen, welches in die roten Tüten gepackt wird. Diese werden mit Namen eines Verstorbenen beschriftet und vor dem Tempel verbrannt. Es ist eine Art der Unterhaltszahlung an die Verwandten im Jenseits.

Zum Schluss habe ich Nicole noch schnell besucht – naja, besucht ist vielleicht etwas falsch…. gesehen ist aber auch nicht richtig… Denn noch ist sie in Quarantäne und darf weder jemanden sehen, noch ihre Wohnung verlassen. Wie es ihr so ergeht, erfahrt Ihr hier. (Sie hatte mir etwas aus Deutschland mitgebracht, und vor die Tür gestellt).

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