Nĭ hăo – Hallo – wie der Chinese sagt – oder der Amerikaner: long time no see… Hoffe, allen geht es gut!
Ich habe mich eine längere Zeit auf diesem Kanal nicht gemeldet, da mich irgendwie der Alltag „übermannt“ hat. Gefühlt habe ich gar nicht so wilde Sachen unternommen, wenn ich mir aber die Bilder der vergangenen Wochen anschaue, dann ist diese Zeit doch berichtenswert.
Ich war unter anderem auf dem Hügel – also quasi dem höchsten Punkt von Shanghai, auf dem die Kirche steht. Ihr erinnert Euch vielleicht – ich hatte sie schon ein paar Mal von unten gesehen, nun aber auch quasi von oben.

Diesmal hatte ich nicht den Hund, aber eine Bekannte dabei – das war auch nicht schlecht. Steil ging es den Berg hoch – die erste Etappe: ein chinesischer Turm. Er wurde irgendwann in der Qing-Dynastie aufgebaut. Steht also schon eine Weile hier.

Leider ist die Kirche nach wie vor geschlossen: wegen Renovierungsarbeiten. Dabei sieht sie nicht so baufällig aus – Bildern aus dem Internet zu urteilen, auch nicht von Innen.
Also ein Grund, irgendwann noch mal hier hochzustiefeln und die Aussicht zu genießen:

Auf halber Strecke steht ein Observatorium – und das ist geöffnet. Es gilt als das älteste, oder zumindest ist eines der ältesten Observatorien Chinas. 1899 wurde es von den französischen Jesuiten erbaut und beherbergt eines der ältesten Teleskope des Landes.

Ein Museum erzählt die Geschichte des Observatoriums – noch heute ist es ein Teil der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und es war an der Mondmission Chang’e 1 beteiligt.
Auf dem Weg nach Unten kamen wir an der Basilika und ein paar frommen Chinesen und einem Angler mit Hut vorbei.



Ein paar Tage später ging es Freitagabends wieder mal in die Stadt zum Dinieren ins „Light and Salt Backstage“. Es ist ein westlich angehauchtes Restaurant, dass an einen Jazzclub angrenzt.



Sehr leckeres Essen und spannende Gäste. Wie so oft in Shanghai, sind die Restaurantbesucher manchmal etwas anderes als in Europa.
Die Kulturszene erwacht langsam, aber sicher wieder in Shanghai. Und das ist ein Grund für uns, sie zu entdecken. Wie zum Beispiel den Westbund. Es ist eine ehemalige Industriezone, die in eine kulturelle Meile gewandelt wird. Alte Industriegebäude werden in Museen und andere Veranstaltungsorte transformiert. Hier soll etwas wie Paris Rive Gauche oder London South Bank entstehen. Und man ist schon auf dem guten Weg. 20 Kultur- und Kunstinstitutionen sollen hier auf etwa 8 Kilometer Flussufer entstehen. Zahlreiche Museen haben sich schon angesiedelt und in dem ein oder anderen waren wir auch schon. Diesmal stand eine Galerietour an.











Vom Westbund werdet Ihr bald noch etwas mehr erfahren, da hier bald die Shanghai Art stattfinden wird.
Und da war da noch meine 60 km lange Radtour! Mit Steve hatten wir uns vorgenommen, zum Antiquitätenladen zu fahren, der von Nicole vorgeschlagen wurde. Also auf in die Stadt, Räder gesattelt und los ging es: Durch die French-Consession, mit der Fähre auf die andere Seite der Stadt und dann durch begrünte Alleen in die „Außengebiete“.

Diesmal war der Weg nicht das Ziel, sondern führte zum Ziel… Über Straßen mit sehr viel Verkehr und an vielen Baustellen vorbei …. aber immer wieder mit ein paar Überraschungen auf dem Weg:
Man fragt sich immer wieder: wer baut solche Häuser und warum?

Noch habe ich nicht herausgefunden, ob es ein Einfamilienhaus ist oder etwas Offizielles… Aber ich muss ja auch noch in ein paar Monaten etwas zu tun haben ….
Vorbei an Schrebergärten und weiteren monumentalen Gebäuden …



strampelten wir zu unserem Ziel:








Vor lauter Angebot wusste man gar nicht, wo man hinschauen sollte. Übernächste Woche werde ich noch einmal hinfahren – dann aber mit dem Auto und mehr Zeit. Denn ich brauche etwas für ein „Schrottwichteln“ und ich glaube, hier werde ich fündig.
Wir machten uns nach dem Stöbern auf den Rückweg, hielten an einem neu eröffneten Restaurant, um noch mal Kraft zu tanken. Hier hatte ich dann erfahren, dass die so leckeren Pilze eingelegte Entendärme waren…

Egal… auf jeden Fall waren wir satt und starteten zur Endetappe von 20 km an. Leider schafften wir es nicht mehr pünktlich zur Fähre. Die hatte viertel Stunde vor unserer Ankunft geschlossen – aber die andere – 4 km südlich – hätte noch auf. Ihr ahnt, wie die Geschichte weiter geht:

Richtig: geschlossen. Kein Übersetzen möglich. Mit dem Rad darf man nicht über die Brücken fahren (mal abgesehen davon, dass eine Brücke einen etwa 10 km Umweg bedeutet hätte) und durch den Tunnel auch nicht. Und nun????
Zum Glück spricht Steve perfekt Chinesisch nach seinen 17 Jahren Shanghai und konnte den Didi-Fahrer (Taxi) davon überzeugen, dass er nicht nur sein Klapprad, sondern auch „mein“ normales Fahrrad transportieren möchte. Das war nicht selbstverständlich und dafür bekam er – was auch hier nicht Gang und Gäbe ist, ein saftiges Trinkgeld.

Glücklich, mit schmerzenden Oberschenkeln und einem Popo, der nicht unbedingt in den kommenden Stunden einen Fahrradsattel spüren müßte, war ich um Mitternacht daheim 🙂

Das war ja mal wieder schön mit dir unterwegs zu sein.
Ich finde es ja sehr gefährlich mit dem Auto zum Trödelladen zufahren..
Und…beim Pilze essen ist ja immer ein wenig Vorsicht wichtig..jetzt erst recht
Freue mich schon auf die nächsten Berichte…ich muss ja nicht strampeln 😅
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Virtuell Fahrradfahren hält auch fit 😉
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Corona und Trump füllen derzeit hier die Medien. Da ist es schön, mal wieder einen entspannten Blick über den Tellerrand werfen zu können, sich an farbenfrohen Bildern satt zu sehen, sich vor eingelegten Entendärmen fiesen und über eine schöne Reportage freuen zu können. Danke dafür
!
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Das ist schön, wenn ich etwas zur guten Laune und Infromation beisteuern kann 🙂
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Wunderschöne Bilder und Toller Beitrag
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Vielen Dank!
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