Eine Armee voller Ton-Köpfe

Über 2000 Jahre stehen sie nun da und bewachen Ihren Herrscher, die tapferen Soldaten der Terrakotta-Armee (jede der 8000 Figuren hat einen andern Kopf) in Xi’an „Westlicher Frieden“. Die Stadt war unter der Qin-Dynastie die erste Hauptstadt des Kaiserreichs China und im Verlauf von 1120 Jahren immer wieder Hauptstadt eines Kaiserhauses. Hier startete damals die alte -erste – Seidenstraße.

1974 wurde Xi’an weltbekannt, als über 8000 lebensgroße Terrakotta-Soldaten in Gefechtsaufstellung entdeckt wurden. Die Grabstätte des Kaisers Qin Shihuangdi (221 v. Chr. bis 209 v. Chr.). Er hatte als Erster China als Land geeint und die Qin-Dynastie begründet (sowie die Chinesische Mauer bauen lassen). Schon im Alter mit 13 startete er damit, dass insgesamt 720.000 Arbeiter für ihn sein Leben nach dem Tod vorbereiteten. Auf einer Fläche von über 54 Quadratkilometern ließ er Tonarmeen, Tontiere und andere Dinge herstellen, die ihn im Jenseits dienen sollten. 

1974 stieß ein Bauer beim Bohren eines Wasserbrunnens auf einen Tonkopf und entdeckte damit die verborgenen 8000 lebensgroßen Terrakotta-Soldaten und machte Xi’an weltberühmt. Der Entdecker selber hatte nicht viel davon. Er bekam vom Museum 30 RMB (5 Euro) pro Karren Tonfiguren – das war damals ein Jahresgehalt. Dazu bekamen die Bauern neue Behausungen, da sie vom Gebiet der Funde umgesiedelt werden mussten. Damals waren sie zufrieden. Die Sternstunde des Entdeckers kam Jahrzehnte später, als US-Präsident Clinton ein Autogramm vom Bauern haben wollte und anscheinend dafür gesorgt hat, dass der alte Bauer eine Rente bekommt… 

Bisher ist allerdings erst ein kleiner Teil des Fundes freigelegt. Ursprünglich waren die Figuren bemalt – mir der Freilegung zerfiel die Farbe im Nu. Erst, wenn man sichere Methoden gefunden hat, die noch vergrabenen Figuren zu konservieren, werden die Grabungen weiter voran gehen. 

Aber Xi’an hat nicht nur die Terrakotta Arme – die wir fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit besichtigt haben…. minus 11 Grad und Corona haben die Warteschlagen drastische verkürzt:

Das Essen in der Region ist fantastisch: kalte Nudeln, der chinesische Hamburger – eine Art Pitta-Tasche, Lamm-Suppe und frisches Gemüse gehören zu den Spezialitäten – mal abgesehen von den unzähligen Teesorten, die man überall probieren kann. 

Und auch sonst ist die Stadt recht attraktiv. Seit etwa drei Jahren gibt es eine große Fußgängerzone mit luxuriösen Einkaufsmalls, Theatern, Restaurants, Statuen und Abends mit Showeinlagen. 

Ein Highlight war neben all den tollen Entdeckungen der Abend in einer Bar, in der auf den Schaum des Guinness-Biers das Wahrzeichen von Xi’an gedruckt wird: die Wildgans-Pagode:

Am nächsten Tag ging es für uns nach einem leckeren Frühstück auf die Stadtmauer – ein Kulturerbe Chinas. Sie ist die größte und heute vollständigste Stadtmauer des Landes. Ich denke, es geht zu weit, wenn ich die ganze Geschichte hier aufschreibe. Auf jeden Fall ist sie etwa 10 km lang und es macht Spaß, auf ihr zu radeln -unter anderem, weil man keinen Verkehr da oben hat und einen prima Überblick über die Stadt bekommt. 

Bevor es am Nachmittag wieder zum Flughafen und damit Richtung Shanghai ging, machten wir noch einen Abstecher ins Muslimische Viertel – Die vielen engen Gassen sind mit Essensständen und Geschäften gesäumt. Eine der geschäftigen Gassen ist die Fußgängerstraße Beiyuanmen.

Die traditionellen Speisen sind unter anderem Roujiamo (Fleisch im Brötchen), Paomo (Sauerteigbrot in Lammbrühe), Klößchen in heißer und saurer Suppe, Lammspieß, Lammsuppe und Biangbiang-Nudeln. Und auch moderne Varianten gibt es: Eis mit dem Geschmack “ Kalte Nudelsuppe“ oder geröstetem Tee.

  1. Bestimmt sehr beeindruckend die Figuren. Der Haar?knoten links oder rechts, hat eine Bedeutung?
    Es war wieder interessant mit dir auszugehen. Nur hungrig sollte man
    den Blog nicht lesen 😉

    Bis die Tage 🤭

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    1. Sehr gut beobachtet! WOW!!! Ja, hat eine Bedeutung: Single, verheiratet, Rang in der Armee! Vielleicht knabberst Du beim nächsten Mal an einer Frühlingsrolle? Dann geht es nämlich wieder ums Essen 😁

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