Die größte Statue der Welt

Im Westen kennt man sie kaum und auch die meisten Nicht-Asiaten, die ich kenne, waren noch nie beim großen Buddha von Lingshan. In einem Land, in dem Religion keine Rolle spielt, ist es umso erstaunlicher, dass man solche Dinge findet (In Nanjing haben wir ähnliches gesehen – dazu mehr in einem der nächsten Blogs). 1997 wurde der der höchste Buddha der Welt und damit angeblich die größte Statue der Welt in Wuxi – etwa 45 Minuten von Shanghai mit dem Zug entfernt – gebaut. Der Buddha besteht aus Bronze, wiegt 6400 Tonnen und ist 208 Meter hoch- von der Basis seines Sockels bis zur Spitze seines Kopfes.

Die „Kleinstadt“ Wuxi (rund 7 Millionen Einwohner) liegt am Ufer des Tai Hu, der zu den größten Süßwasserseen Chinas zählt – und hat sich damit noch auf die Liste der zu erkundenden Gegenden „hochgearbeitet“. Auch die Bambuswälder sehen verlockend aus. Beim ersten Besuche haben wir nicht mehr geschafft, als die Tempelanlage zu besichtigen. Die Wasserstadt soll auch sehr beeindruckend sein und anders als viele, die ich schon gesehen habe. Doch zurück zur Tempelanlage:

Die Hand ist eine 1:1 Abbildung der „echten“ Hand und ist knapp über 11 Meter groß.

Zu viele Dinge waren zu entdecken. Das Abenteuer begann schon knapp nach der Abfahrt. Ich hatte eine Bekannte abgeholt. Eigentlich braucht man von uns bis zum Bahnhof ca. 30 Minuten – der Zug sollte um 8:50 morgens abfahren. Leider sind wir in einen Stau geraten und haben so den Zug verpasst – keine Chance auf Hoffnung, dass der Zug vielleicht auch später fahren würde… hier sind die Züge pünktlich. ABER wir konnten die Tickets zu unserer Überraschung unkompliziert am Schalter umtauschen, mussten 30 Minuten bis zum nächsten Zug warten und konnten dann Richtung Abenteuer brausen.

Und das wartete schon am Bahnhofsausgang auf uns. Schnell haben wir ein Taxi ergattert. Entgegen meiner Erwartung, kannte der Taxifahrer unser Ziel nicht gleich. Erst nachdem wir es mit Händen, Füßen, kleinen Brocken Chinesisch und dann Dank der Karte erreicht hatten, dass er uns zu unserem Ziel auch fahren wollte, stoppte die Fahrt schon nach ein paar Minuten. Der Fahrer musste erst mal tanken – wie sich herausstellte an einer Taxi-Gas-Tankstelle. Das bedeutete für uns – erst mal wieder raus aus dem Taxi, am Rand warten und dann wieder einsteigen. Ein einfaches Procedere, wenn man der Sprache mächtig ist und weiß, was passiert. Es war ein Taxi mit Gastank, keine Passagiere während des Vorgangs erlaubt.

Nach 45 Minuten waren wir dann an unserem Ziel. Es ist ein riesiges Areal. Ich stelle mir immer wieder die Frage ( denn in Nanjing gibt es eine noch größere Anlage): wer kommt in einem Land wie China, in dem die meisten Menschen Atheisten sind, auf die Idee, eine solche Stätte zu bauen?

Voller Elan schlenderten wir dann bei über 30 Grad langsam aber sicher Richtung Buddha. Eine schweisstreibende Angelegenheit, bei der sogar die Kerzen im wahrsten Sinne des Wortes eingeknickt sind.

Rechts und Links sind Stände, an denen Menschen eine Art Fürbitten-Täfelchen anbringen. Man findet sie überall in den Tempelanlagen, nur dieses waren hier ein bisschen anderes dekoriert und so verbrachten wir schon mal eine geraume Zeit, uns die Motive intensiv anzuschauen.

In sehr vielen Tempeln findet man – wie auch hier – eine Statue des lachenden Buddhas. Der Maitreya ist ein besonderer Buddha. Er lehrt die Welt Toleranz – die durch den Umgang der Kinder symbolisiert wird, die auf ihm herumspielen. Allerdings wird bei diesem die Toleranz ausreichend strapaziert….

In einem riesigen Gebäude, dem Palast, lernt man alles über Buddha. Eine multimediale Show zeigt eindrucksstark die Geschichte der Geburt und den Werdegang. Natürlich wird alles mit den Handies aufgenommen, manchmal direkt an Freunde und Familie übertragen. Manche hatten sogar mehrere Kameras parallel im Einsatz und bekamen von der Show selber nichts mit.

Unser Weg führte uns weiter auf die Statue – zumindest zu ihren Füßen – und schon das war sehr beeindruckend.

Und der Blick von der Statue aus auch sehr schön.

  1. Liebe Alex, Ein sehr schöner und interessanter Bericht. Und schöne Fotos. So lerne ich mit. Wir sind gerade in Tours an der Loire und besichtigen Stadt und Schlösser wie Chambord etc.

    Herzliche Grüße Elisabeth

    Elisabeth Hofmann

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  2. …..er lehrt die Welt Toleranz..!
    Endlich mal wieder ein interessanter Ausflug mit Dir
    Diese Dimensionen kann ich mir gar nicht richtig vorstellen.
    Bestimmt sehr eindrücklich…
    Freu mich schon auf die nächste Tour

    Grüßle, bis ganz bald

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