
Fast 2000 Kilometer westlich von Shanghai ist die viertgrößte Stadt Chinas: Chengdu – die Hauptstadt der Provinz Sichuan. Angeblich ist die auf Platz vier der lebenswertesten Städte Chinas.

Ob das stimmt, kann ich nicht sagen. Dafür waren wir zu kurz dort. Die Stadt selber kam mir etwas kommunistischer vor, als die Städte, die ich bisher kennengelernt habt. Breitere Straßen, grauere Häuser, viele einfach verlassen, große Plätze und Statuen von Mao oder Soldaten-Denkmäler.
Was sie allerdings von anderen unterscheidet sind die zahlreichen Teehäuser.

Die Leute sitzen gemütlich in den Korbstühlen und plaudern, spielen im Hinterzimmer Mahjong

oder lassen sich die Ohren reinigen. Denn in Chengdu findet man die Meister der sauberen Ohren. Mit lange Nadeln und Stöckchen mit Federn machen sie den Gehörgang wieder frei. Für die Touristen eine Attraktion, für die Bewohner Chengdus gehört es zum Alltag.

In Summe aber – wie die meisten großen Städte – überwiegend modern mit großen Shopping-Malls. Aber überall ist der Panda präsent.

Doch bevor wir sie in Natura sehen konnten stand am ersten Abend eine traditionelle Show auf dem Programm – natürlich mit einem Tässchen Tee und Ohrenputzern als „Aperitif“ . Mit den Theatertickets bekommt man eine Tasse, gefüllt mit grünen Teeblättern, die regelmäßig von den Angestellten mit Wasser wieder aufgefüllt werden,
Zum Glück waren wir am nächsten Tag relativ früh im Panda-Park, so dass wir am Anfang die Tierchen auch in Ruhe beim Frühstück und Spielen beobachten konnten.

Denn später wurden sie träger und die Menschenmasse, die sie sehen wollte, nahm merklich zu. Denn wir sind in der „Golden Week“ (quasi die chinesischen Herbsferien) hier her gekommen. Das ist die Woche, in der die meisten Chinesen verreisen. Es ist eine reine Massenbewegung. Allerdings hatten wir in diesem Jahr noch Glück. Coronabedingt sind nicht so viele Menschen wie in den vergangenen Jahren gereist, einige haben die freien Tage auch genutzt, um zu ihren Familien zu fahren und natürlich fehlen die ausländischen Touristen im Moment. Dazu kommt, dass der eine oder andere es vorgezogen hat, daheim zu bleiben.

Was den gemeinen Panda beim Verdauungsschläfchen aber nicht wirklich irritierte.

Unsere Reise ging nach einer echt scharfen Nudelsuppe, das Sichuan-Essen ist bekannter Weise wegen des gleichnamigen Pfeffers und des Chillies extrem würzig (Manchmal hat man das Gefühl, man hätte gerade eine Betäubungsspritze beim Zahnarzt bekommen), weiter zum Dujiangyan Bewässerungssystem – leider spielte hier das Wetter nicht ganz so mit, wie es sollte.

Dennoch war es spanned. Das System zählt mit über 2.000 Jahren Geschichte zu einem der ältesten und erfolgreichsten Wasserbauprojekte in China.

Das Stauwehrsystem schützt zum einen vor den gefürchteten Überschwemmungen des Min-Flusses, zum anderen werden die Wassermengen zur Bewässerung des Sichuan-Beckens verwendet. Es ist ein System, dass fast unverändert seit seiner Erbauung funktioniert.

Etwas südlich von Chengdu ist die Wiege des Buddhismus in China. Rund um den heiligen Berg Emei verstreut sind die ältesten Tempel in ganz China anzutreffen. Zwischen den Bäumen versteckt liegen uralte Bronzestatuen, Pavillons, Tempelgärten und hunderte von Gräbern, die oft von einem mystischen Dunst umgeben sind. Die Attraktion schlechthin ist aber der große Buddha von Leshan. Ebenso vor rund 2000 Jahren wurde die Statue aus dem Stein gehauen (das hat 90 Jahre gedauert). Die weltgrößte sitzende Buddha-Statue ist 71 Meter groß und eine Touristenattraktion.

Abgeschlossen wurde unsere Reise mit dem Besuch von ein paar daoistischen Tempeln – in einem konnten wir bei einer Zeremonie zuschauen, die zu meinem Erstauen von einer Frau geleitet wurde. Bei einem anderen daoistischen Tempel lag Reis auf den Säulen um die Pagode. Ich dachte, es sei für die Vögel – dabei war der Reis für die Geister gedacht. Sei sollen kleine Hälse, und große Mägen haben, deshalb mögen sie angeblich besonders gerne Reis. Satt sollen sie besser gelaunt sein (so auf jeden Fall die Erklärung unserer Führerin, die praktizierenden Buddhistin ist).










Immer grade aus zum besonderen Aperitif…🙈
Zum Glück war ja da noch der putzige Panda..würde mich ja mal interessieren wie sich das Fell anfühlt.
Das Reisen mit dir ist tatsächlich immer wieder interessant.
Freu mich schon auf den nächsten Ausflug
Bis ganz bald 😘
LikeLike
Das habe ich mich auch gefragt – es muss aber sehr dicht sein – denn abends geht es ins klimatisierte Körbchen…. Schön, dass es Dir Spaß macht, mit zu reisen 🙂 Bald wieder und dann auch irgendwann ganz in den Westen 🙂 Prost
LikeLike