Momentan ist es eher kalt und grau, hier in Shanghai. Vorgestern hat es sogar nachts geschneit (leider war es am nächsten Morgen wieder getaut)



Ich hoffe, dass es Mitte des Monats langsam wieder sonnig und warm wird. Ich denke aber, das „Schlimmste“ haben wir bald überstanden.
Chinese New Year steht vor der Tür und das Land hat auf Pause gedrückt. Viele Läden sind geschlossen, viele Menschen zu ihren Familien gefahren. Die meisten Büros sind für eine Woche verwaist. Eine Stadt in Slowmotion! Sogar viele große Supermärkte haben um 15 Uhr Feierabend in den kommenden Tagen.
Normalerweise wäre diese Woche auch Zeit für uns, etwas zu erkunden… Aber durch Corona ist es schwierig zu reisen. Immer wieder werden Städte und Regionen unter Lock-Down gesetzt, um Ausbrüche zu minimieren. Das klappt auch ganz gut. Allerdings ist Reisen dadurch ein Abenteuer geworden. Dazu haben wir in diesem Jahr keine Lust und uns entschieden, Chinese New Year auf unserer Scholle zu bleiben.
Also ein guter Grund, sich selber mal wieder Zeit zu nehmen, Dinge aufzuarbeiten… So zum Beispiel meinen Blog!
Ich nehme Euch mit auf die Reise im Juni vergangenen Jahres – auf die Insel Gouqi. Schon sehr lange wollte ich eine Reise auf die kleine Insel unweit von Shanghai unternehmen. Wahrzeichen ist ein das verlassene Fischerdorf Houtouwan.

Gouqi ist eigentlich nur knapp 200 km von Shanghai entfernt. Allerdings erscheint es einem zu Beginn, wie eine kleine Weltreise. Denn die Tickets kann man lediglich in Chinesisch buchen… Dann kommt noch dazu, dass man nicht an einem Tag hin und her fahren kann und man muss ein Schiffsticket haben, bevor man das Hotel bucht… mittlerweile sind schon einige meiner Bekannten vor Ort gewesen – allerdings die meisten erst nach mir… Also konnte ich auch nicht zu viele um Rat fragen.

Aber irgendwie klappt es ja dann doch…Mit Hilfe einer jungen Dame, die dort ehrenamtlich arbeitete (anscheinend werden junge Menschen rekrutiert, um ehrenamtlich auf der Insel zu arbeiten… wieso und warum lässt sich nur ahnen. Sie ist Krankenschwester und war für 3 Monate im Hotel die rechte Hand) und Englisch spricht, hatte ich dann recht schnell zwei Schiffstickets und ein Hotelzimmer für Ines (eine Freundin, die bereit war, mich auf dem Abenteuer zu begleiten) und mich in der Tasche. Früh morgens um 5 Uhr ging die Reise los – genug Puffer für Pannen und Umwege eingeplant – völlig unnötig, wie sich herausstellte. In zwei Stunden waren wir am Hafen und damit die ersten…

Doch es gab Kaffee und damit war der Morgen auch für Ines, die keine Frühaufsteherin ist, gerettet.
Die Überfahrt dauerte noch mal zwei Stunden – allerdings eher aufgrund eines Stopps bei einer Insel, auf der interessanter Weise der Müll abgeladen wurde…. Viele der Mitreisenden nutzten die Zeit für ein paar Selfies, Snacks oder Frühstück.



Mit dem Taxi ging es zum Hotel … wo wir etwas staunten: sind wir denn vielleicht falsch gefahren und nach Griechenland gebeamt worden ? Warum die Kästen auf dem Wasser schwimmen, weiß ich leider auch nicht – ich vermute, es sind eine Art „Austern/ Muschel-Bänke“ oder Reusen.





Es war ein Inhaber betriebenes kleines Hotel – auch bei den Nachbarhotels haben sich ein paar Leute verwirklicht. Alles liebevoll eingerichtet und sehr freundlich. Die Terrasse war der Treffpunkt von Gästen, Angestellten und Inhabern. Der Vater des Betreibers brachte am Abend die Fische vom Meer und in der Küche konnte man sich das Essen zusammenstellen. Frisch gekocht kam es wenige Minuten später auf den Tisch. Die Zeit vertrieb eine Besucherin, die sich von ihrem Mann filmen ließ, Kinder tobten rum und die untergehende Sonne rundete den Aufenthalt ab.




Besonders bemerkenswert bei der Dame ist das Mikro, das Musik und Effekte gleichzeitig bietet. Die Chinesen lieben es. Hier klicken, um eine Kostprobe zu genießen.
Wir haben dann die Insel noch genossen, und uns natürlich das Geisterdorf Houtouwan angeschaut – denn deshalb sind wir ja letztlich hier hingekommen.
Vor rund 20 Jahren haben hier 3000 Fischer mit ihren Familien gelebt. Die Insel ist eine der abgelegensten der 400 im
und das Dorf liegt besonders abseits. Es war also schon immer schwierig, dort seine Kinder großzuziehen und Lebensmittel mussten umständlich angeliefert werden.


Für die Fischer wurde es immer schwieriger, ihren Fang zu verkaufen. Wer konnte, zog weg. Die Natur holt sich den Ort langsam zurück und das Dorf geriet in Vergessenheit. Bis einige Fotografen das Dornröschen wach küssten und Ihre Bilder im Internet veröffentlichten – so wie ich nun auch 😉







Es ist auf jeden Fall eine Wochenendreise wert! Das Dörfchen erinnert mich etwas an die Urlaubsbilder meiner Eltern in den 1970ger Jahren (mit dem Charme von heute). Und mit dem Schnellboot – das wir durch Zufall auf der Rückreise entdeckt haben, dauert die Überfahrt nur eine Stunde.




Hallo liebe Alex, tolle Bilder und wieder mal eine super Geschichte – hab immer das Gefühl bei deinen Reisen mit dabei zu sein…
Und das mit dem „Nichtgernfrühaufstehen“ muss wohl am Vornamen liegen…
Liebe Grüße aus dem Dorf am Rhein
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Liebe Ines! Das freut mich sehr, dass der Blog Dir wieder gefallen hat! Schön, dass Du mit auf die Reise kommst (und das sogar ohne frühes Aufstehen 😉 )! Wenn ich weiß, dass ich nicht alleine bin, macht das Schreiben (und Fotografieren doppelt Spaß)! Liebe Grüße aus dem fernen Osten
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Liebe Alex,
eine schöne Reise, auf die ich gerne mitgekommen bin heute morgen, noch vor dem Aufstehen.🤣
Deine Reiseberichte lese ich immer wieder gerne.
Auch bei uns ist das Wetter überwiegend trübe, wenn sich auch heute Vormittag die Sonne wieder blicken lässt.
Ich wünsche Euch ein gutes neues Jahr.
Elisabeth
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Liebe Elisabeth! Gouqi vor dem Frühstück ist bestimmt eine schöne Entdeckung! Es ist echt ein schönes Stückchen Erde! Dann werde ich sehen, dass ich die Schuhe schnüre und wir bald wieder auf weitere Entdeckungen gehen. Über solche Rückmeldungen freue ich mich sehr, denn es spornt an!
Alles Liebe und eine schöne Restwoche
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Liebe Frau Klein,
wollte Sie nur wissen lassen, dass ich nicht nur mittlerweile eifriger Follower Ihres Blogs geworden bin, sondern auch „111 Orte in Shanghai“ erworben habe und schon einige Stationen mit Interesse nachgelesen habe, wenngleich ich sie vermutlich nicht in natura sehen werde.
Freue mich auf weitere Berichte und grüße Sie und Ihren Mann sowie Sohnemann ganz herzlich.
LG
Ihr Henner Kipphardt
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Lieber Herr Kipphardt,
vielen Dank für Ihre lieben Worte, über die ich mich sehr gefreut habe! Natürlich freut es mich auch erheblich, dass Ihnen das Buch gefällt. Das geht runter wie Butter. Eine schöne Woche und ich freue mich, Sie bald wieder mit auf die Reise zu nehmen.
Beste Grüße aus dem fernen Osten
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Nach diesem interessanten Beitrag bin ich irgendwie ein bisschen froh dass Du nicht wegfahren konntest😉
Viel zu selten waren wir die letzte Zeit zusammen unterwegs.
Das Geheimnis mit den Kisten wirst du garantiert noch lüften.
Herrliche Fotos…zum weit weg träumen…das ist doch erlaubt..ne?
Heute ist Lichtmess sagt der Bauernkalender..bedeutet:
Ist’s an Lichtmess hell und rein, wird’s ein langer Winter sein.
Ausgerechnet heute ist es hell und rein….(da nimm lieber usselig
Freue mich schon auf den nächsten Ausflug
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Naja, das mit den Bauernweisheiten… Kräht der Hahn früh auf dem Mist… ändert sich das Wetter oder bleibt, wie es ist…
Hoffenn wir mal auf schnell besseres Wetter und neuen Abendteuern!
Bald wieder – versprochen! 🥰
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