Mona Lisa in der U-Bahn

Es gibt ein Sammelsurium an Erlebnissen, Entdeckungen, Beobachtungen, die aber zu klein sind, um einen einzelnen Blog darüber zu schreiben. Also habe ich in den vergangenen Tagen mal gesammelt und nehme Euch mit auf die Reise in die vergangenen Tage. 

Die meisten werden diese Dame kennen. Mona Lisa hängt gerade in einer Shanghai -U-Bahn Station. Zumindest die Kopie. In Kooperation mit dem Prado hat China eine Wanderausstellung kreiert, die in Shanghai startet. Bis Ende des Monats hängen 29 Replikate im Gang in den Untergrund. Eine tolle Idee in meinen Augen – Kunst für jeden zugänglich zu machen (unter anderem bieten hier sehr viele Museen kostenfreien Eintritt). Und der Shanghainese nimmt diese Angebote auch gut an.  „Metro Meets Prado“

Allerdings hatte ich sie anders in Erinnerung – und warum wird Mona Lisa vom Prado gezeigt? 
Es ist eine Replik von Leonardo Da Vincis „Mona Lisa“, die von seinen Schülern reproduziert wurde. Und schon wieder etwas gelernt. 

In der angeschlossenen Mall gab es das nächste europäische Häppchen. Der Inhaber war vor 15 Jahren in Deutschland, hat die Liebe zum Brot entdeckt, ist nach Hause gekommen und hat die Bäckerei eröffnet. Leider gibt es hier (auf jeden Fall habe ich es noch nicht entdeckt) keine knusprigen Brötchen. Warum? Ich weiß es noch nicht. Und die ein oder andere Backware ist dann auch eher an dieses Land adaptiert – Rote Bohnen sind eine beliebte Füllung bei vielen Speisen.

Im oberen Stockwerk gab es dann noch eine andere Kuriosität- wie in manch anderen Malls. Eigentlich waren wir auf der Suche nach einem Schweinchen-Streichel-Café (das werde ich auch noch finden und davon berichten), welches es mal hier gegeben haben soll. So sind wir in eine „Spielhalle für Kinder“ gekommen.

Am 31. Januar stand dann alles auf Zeichen Chinese New Year und Dekoration. Unweit von uns gibt es einen großen Blumenmarkt, auf dem es auch saisonale Dekorationsläden gibt, die gerade jetzt auf Hochkonjunktur laufen: 

Und natürlich habe ich auch zugeschlagen! Ein Tiger ist Pflicht, der Banner für die Haustür (die Verkäuferin hat für uns Wohlstand, Frieden und Zufriedenheit ausgesucht), Grußkarten, Blumen zum chinesischen Frühlingsanfang am 5. Februar und natürlich ein Mandarinenbäumchen (samt roter Dekoration). In China symbolisieren Zitrusbäume Glück, Zufriedenheit, Reichtum und ein langes Leben und werden vermehrt zu Chinese New Year gekauft. 

Da wir nicht verreisen können, entdecken wir eben unsere Nachbarschaft. Wir wohnen am westlichen Rande der Stadt „auf dem Land“, wenn man einen Shanghainesen fragt. Und in der Tat ist es wenige Minuten von uns schon recht ländlich. Viele Häuser haben nette Gemälde auf ihren Hauswänden und überall sieht man quasi Schrebergärten. Manche wohl organisiert, andere „irgendwo“ platziert. Und jedes Viertel oder Dörfchen hat seinen Trimm-Dich -Platz – wie hier – manche sogar mit Spieltischen. Hier werden die Spielesteine vom chinesischen Schach mit einem Magneten verschoben. 

Den chinesischen Sylvester-Abend haben wir dann auch mit einem leckeren Essen gefeiert. Ok., weniger mit Dumplings und getrockneter Ente. Bei uns gab es Mozzarella-Tomate, Steak und ein leckeres Eis mit Früchten flambiert. Aber beim der Gala-Show im Fernsehen waren wir dann wieder dabei: vier Stunden lang läuft sie auf CCTV, dem Fernsehprogramm in China. Sie soll mehr Zuschauer haben als der Super-Bowl in Amerika. Es ist ein Mix aus Akrobatik, Klamauk, Gesang und Theater. Der diesjährige Höhepunkt war der poetische Tanz namens „Reise durch die malerische Landschaft„. 

Es sind die Kleinigkeiten, die diese Stadt so liebenswert machen, wie das versteckte Restaurant, dass man nur findet, wenn man durch die Allee geht und weiß, durch welche Tür man schreiten muss, um in den Raum zu kommen, in dem acht Leute Platz finden und vom Koch verwöhnt werden. 

Oder die Leute, die Ost und West vereinen:

(Photo von einer Bekannten, Lhamo, gemacht)

Auch, wenn das Chinese New Year erst am 15. Tag mit dem Laternenfest endet, wird in der Nacht zum 5. Tag ordentlich Krach gemacht -gerne mit Böllern und Feuerwerk. In der Stadt ist es verboten, aber auf dem Land darf noch gezündet werden. Und davon wird in der ganzen Nacht auch Gebrauch gemacht. Denn der Wohlstands-Gott kommt am 5. Tag und da wollen alle sicher gehen, dass er auch wirklich den Weg ins Haus findet. Zumindest zum Eingang unseres Compounds sollte er sein Weg mal sicher gewesen sein, wenn man die Reste des Böllerns am nächsten Tag betrachtet 😉

  1. So viele interessante „Kleinigkeiten “ …zwischendurch denke ich immer mal …man wird ja nie fertig mit gucken..
    Als Schwabe bubbert mein Herzchen wenn ich lese ..Prezel mit roter Bohnenpaste gefüllt…
    Du hast mich wieder auf einen bunten Ausflug mitgenommen und das tat gut und hat mich sehr gefreut

    Liebesgrüßle 🙋‍♀️

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