Ich bleibe dann mal zuhause…

Lockdown ….seit…. ähm… weiß ich gar nicht mehr genau… lass mal überlegen… ich glaube, seit dem 13. März. Das war auf jeden Fall der letzte Tag, an dem ich meinen Compound (Wohnanlage) verlassen habe. Denn da wurden die Nachrichten laut: Omicron hat Shanghai erreicht. Klar, gab es vorher auch schon Fälle, aber Anfang des Monats baute sich die Welle so richtig auf – und steigt seit dem, wie man sieht.

Ein Compound nach dem anderen ging in den Soft-Lockdown. Das heißt, man sollte die Wohnanlage nicht mehr verlassen, konnte sich aber innerhalb der Anlage noch frei bewegen und Lebensmittel bestellen – das klappt ja auch unabhängig von Corona klasse hier. Zwar dauerten die Lieferungen schon etwas länger, da der ein oder andere Angestellte bereits in seinem  Compound fest hing, aber es lief. 

Am 18. März wurden die Schulen geschlossen in Shanghai und stellten auf Distancelearning um. Sie habenaus dem ersten Mal 2020 gelernt, und es klappte recht reibungslos. Alle Angestellten, die konnten (die nicht in Fabriken, Lebensmittelgeschäften, Bäckereien, Krankenhäuser arbeiten), gingen ins Homeoffice. Shanghai wurde leer und ruhig. Vogelgezwitscher ist die dominante „Lärmquelle“ momentan.

Die Stadt wird durch einen Fluss getrennt und besteht aus Pudong (Osten vom Fluss) und Puxii (Westen vom Fluss – wo wir leben). Als erstes ging der Osten in den kompletten Lockdown. Das bedeutet: alle bleiben in ihren 4 Wänden. Keiner darf mehr vor die Tür, nicht mehr auf den Flur, auf die Straße, in den Park. Die Lebensmittelläden haben die Lieferungen eingestellt (bis auf eine Notbelieferung). Und die Regierung sorgt für die Grundversorgung – bei 24 Millionen Menschen eine logistische Leistung, die überwiegend durch Ehrenamtliche erbracht wird. (Auch diese Bilder stammen nicht von mir, sondern von Bekannten, die in der Innenstadt leben.)

Für uns gilt der Lockdown seit dem 1. April (ohne Scherz) und deshalb bekamen wir am Vorabend auch ein Päckchen mit Lebensmitteln: ein Hähnchen und einen Fisch (tiefgekühlt), Pilze, Knollen, Zwiebeln und Blaubeeren. Jetzt muss ich mir nur überlegen, was ich daraus zaubere.

Eine andere Bekannte hat salzige Enteneier in der Tüte gehabt. Überall kommen Fragen auf, ob jemand die Gemüsesorte kennt oder weiß, wie man dies oder das zubereitet.

Aber auch an die Vierbeiner wird gedacht. Man kann drüber diskutieren, ob das alles tiergerecht ist, man kann es auch sein lassen und die Kreativität respektieren. Dieses künstliche Gras, sowie das Laub mit dem Poller wurden an Hundebesitzer geschickt, die mit ihren Tieren in Wohnungen wohnen und nicht für die Türe dürfen. Es sind also Hundetoiletten.

Wie es weiter geht, wir werden sehen. Der Lockdown gilt vorerst bis zum 5. April +7 Tage (dann darf man wieder in der Wohnanlage voraussichtlich spazieren gehen).

Und irgendwann kommen wir auch wieder auf die Strasse – unser Hund versteht nicht ganz, warum wir nicht mehr durch das Tor gehen dürfen.

Ich halte Euch auf dem Laufenden.

  1. Liebe Alex, die Nachrichten aus Shanghai sind natürlich auch bei uns angekommen, und ich habe daher des Öfteren an Euch gedacht. Nun weiß ich ein bisschen mehr. Bei uns sind die Zahlen weiterhin auf einem hohen Level, aber ab morgen wird alles gelockert, nicht einmal mehr Masken muss man tragen. Das löst viele Fragen aus und macht unsicher. Aber freiwillig kann ja jeder das halten wie er möchte.
    Ich hoffe, Ihr habt genügend Abwechslung zzu Hause und bekommt keinen Lagerkoller. Was Ihr mit den Hinterlassenschaften des Hundes anstellt, frage ich mal lieber nicht. Ihr wedet schon kreative Lösungen finden, ebenso wie für das unbekannte Gemüse.
    Bleibt gesund und fröhlich und grüße Deine beiden Männer.
    Herzlichst Elisabeth

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    1. Liebe Elisabeth! Vielen Dank für Deine Nachricht! Arbeit und Schule halten auf Trab und die kulinarische Versorgung auch! Zum Glück haben wir einen Garten, in den wir gehen können. Das ist der Vorteil des „Landlebens“. Hohe Hecken trennen uns von den Nachbarn. Bei uns konkret ist es noch entspannter, das der eine Nachbar gar nicht da ist und die anderen nicht in de Garten gehen (auch ohne Lockdown). Das erleichtert die Hundehinterlassenscchaft und ist gut fürs Gemüt. Naja und für das Gemüse sind Freunde über Internet ja da (oder Google). Also, die Stimmung ist bei uns noch ok. Aber so langsam rumort es, da nicht jeder raus kann und auch nicht in einem Häuschen wohnt. Liebe Grüße an euch Beide

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  2. Das sind Fotos die Geschichte schreiben…sehr beeindruckend ..auch wenn der Grund dafür beängstigend ist.
    Was hast du denn leckeres aus Fisch und Huhn gezaubert..?
    So komplette Tiere wären für mich eine große Herausforderung

    Schicke euch ein Haltetdurchgrüßle
    Bis ganz bald

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    1. Der Fisch ist noch in der Gefriertruhe … und wartet geduldig. Das erste Huhn war im Römertopf… Ein leckeres Püppchen… Dem Huhn den Hals abgedreht habe ich damit das erste Mal … muss ich nicht zu oft haben…Aber war lecker 😁

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