Die Freiheit, die nicht stattfand…

Seit wenigen Tagen öffnet Shanghai wieder! In manchen Teilen der Start dürfen die Menschen auf die Straße und nutzen es auch aus. So zum Beispiel in Qibao, etwas südlich von uns.

Klick auf das Bild und Du siehst das Gedrängel
(Bild und Film aus Wechatgruppen kopiert – nicht nachvollziehbar, wer der Urheber ist)

Im Netz werden immer mehr Fotos von der Situation „Draußen“ gepostet. So haben sich Berichten nach Menschen, die vor Wochen in Shanghai gestrandet waren, auf eine tagelange Wanderung gemacht, (entweder muss man spezielle Taxen mieten, die zehn Mal so teuer sind wie normalerweise und rar, oder von Kontrollstation zu Kontrollstation zu Fuß gehen) um endlich mit dem Zug nach Hause fahren zu können.

Auch hier gibt es mehr zu sehen, wenn Du aufs Bild klickst.
(Bild und Film aus Wechatgruppen kopiert – nicht nachvollziehbar, wer der Urheber ist)

Andere schicken Fotos von Menschenschlangen vor Supermärkten und berichten von 2-3 Stunden Wartezeit. Aber es war ein Hoffnungsschimmer – mit Beigeschmack und der Frage: was passiert, wenn nur einer in dem Gedrängel infiziert ist? Das geht nicht gut!

Das haben sich auch die Verantwortlichen anscheinend gedacht und unseren für morgen geplanten Ausgang postwendend wieder gestrichen. Originär hätte eine Person pro Haushalt für bis zu vier Stunden den Compound verlassen dürfen. Zu Fuß und mit der Option, in einem Supermarkt (ca. 3 km von uns entfernt) einkaufen zu können (18-19:30h). 

Stattdessen bleiben wir dann mal wieder daheim und drehen weiter unsere Runden im Compound. Ist eh nichts los da draussen. Kirsten – ein Freundin aus einem benachbarten Compound – gehört zu den Glücklichen, die heute vor der erneuten Schließung etwas Freiheit genießen durfte.

Allerdings weit scheint man nicht zu kommen, wie auch Marion dann feststellen musste, als sie ca. 1,5 km von unsrem Haus gestoppt wurde. Die einzelnen Bezirke sind abgesperrt.

Machen wir also weiter bei den Großbestellungen, versuchen die fünf Köpfe Salat so lange frisch zu halten, wie möglich, lagern die vier Laibe Brot so, dass sie weder schimmeln noch trocknen, ach ja, Eier habe ich noch im Kühlschrank… Und irgendetwas, von dem ich noch nicht weiß, wie ich es zubereiten soll. 

Heute hätte ich etwas Obst gebrauchen können – aber nur, wenn ich auch 1 kg Brokkoli, eine Packung Dumplings (habe aber noch zwei im GefrierschrankI) sowie Reis (davon habe ich auch noch 15 kg) oder scharfe Peperoni gekauft hätte, weil ich sonst die 300 RMB (42 Euro) Mindestbestellgebühr nicht erreicht hätte. Ja, Jammern auf hohem Niveau. Aber nach knapp 3 Monaten Hausarrest nehme ich mir dieses Recht raus. Denn leider habe ich keinen Nachbarn, der entspannende Fußmassagen anbietet. 

Foto aus dem Wechat

  1. Liebe Alex,
    Deine Berichte aus dem fortdauernden Lockdown berühren mich sehr und machen mich traurig. Es ist bewundernswert, mit welcher Geduld Ihr die Situation ertragt. Aber es ist natürlich die beste Strategie, sie mit Gelassenheit zu tragen.
    Wie gut, dass zumindest die Haushaltsgeräte wieder funktionieren.
    Ich grüße Dich und Deine Lieben aus dem sommerlichen Garten. Wir hatten sogar das große Glück, zwei Wochen Wanderurlaub auf La Gomera machen zu können. Wie gut, dass Du Shanghai von Beginn an schon so umfangreich erkundet hast.
    In unserem Club wird Dein Blog mit Begeisterung gelesen. Wenn Ihr demnächst wider zurück sein werdet, würde ich Dich gerne persönlich zu einem Meeting einladen.
    Lasst Euch nicht unterkriegen. Wir begleiten Euch in Gedanken.
    Herzliche Grüße Elisabeth

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    1. Liebe Elisabeth!
      Es ist anstrengend – und eine Achterbahn der Gefühle. Ja, dass die Waschmaschine funktioniert ist gigantisch! Schön, dass Ihr so tolle Reisen machen könnt! Gerne berichte ich live bei Zeiten!
      Wir bleiben zuversichtlich!

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  2. Ja meine Liebe haltet durch und passt auf Euch auf. Wirklich gut, dass Du schon soviel in Shanghai erkunden und auch sonst schon einige schöne Fleckchen der Erde besuchen konntest. Ich drücke weiterhin die Daumen für bald mehr Freiheit, Glück bei der Lebensmittellotterie und vor allem das ihr gesund und auch irgendwie munter bleibt. Keep your spirits up🤗 Ganz liebe Grüße, Kirsten

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    1. Vielen Dank – bald sitzen wir da und sagen „Was war das für eine verrückte Zeit!“ – auf jeden Fall können wir sagen: wir haben bei einem Stück Geschichte mitgemacht

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  3. Ich würde ja die Fassung verlieren wenn ich 15 kg Reis nicht gegen Fußmassage tauschen könnte.
    Das ist wirklich nicht schön.
    In eurer Achterbahn möchte ich wahrhaftig nicht sitzen.
    Grundsätzlich fehlen mir eigentlich die Worte zu der ganzen Situation…

    Deshalb…Liebesgrüßle und feste Umärmelung..und sei dir sicher! In Gedanken sehr oft bei Euch

    Die Ex…(Nachbarin 🤣

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