Ein kleines Stoffküken gegen den Schmerz.

Sonntag war dann noch mal richtig aufregend. Seit einigen Tagen tut mir der Fuss richtig weh, unter dem Fussballen habe ich anscheinend eine Dornwarze. Beim Auftreten fühlt es sich an, als ob ich auf einen spitzen Stein trete. In Deutschland ist es klar: du rufst beim Arzt an, bekommst einen Termin, gehst hin und alles ist gut.

Und in einer fremden Stadt? In einem fremden Land? Das gleiche. Durch WeChat (Ihr merkt, das ist ist hier der Dreh-und Angelpunkt) hatte ich schon vor ein paar Wochen mit einem Arzt – allerdings Sportarzt – Kontakt aufgenommen – mein einziger Kontakt zur Gesundheitsszene bis dahin. Wie sich herausstellt arbeite er in einer Klinik mit drei Stützpunkten in Schanghai und einem breiten Angebot. Freitagabends hatte ich mit ihm gechattet und einen Termin für SONNTAG bei seiner Kollegin bekommen. Freitag und Samstag sei sie in einer anderen Klinik, das sei zu weit für mich. (Nein, es ist nicht seine Assistentin, die geantwortet hatte, der Arzt selber, 22 Uhr, Freitags). Mit etwas Grummeln im Bauch ging es also zur Klinik. Alle waren sehr freundlich! Man fühlt sich aufgenommen und willkommen. Will gar nicht wissen, wie man sich als Mensch, der nicht Deutsch kann in einer Deutschen Klinik fühlt….

Wenige Minuten saß ich bei einer Dame im Behandlungszimmer. Anscheinend habe ich mir auf Bali eine bakterielle Entzündung zugezogen. Ich war im Meer auf etwas Scharfes getreten. Warzenviren und Bakterien haben das schamlos ausgenutzt. Also Vereisung der Warze und Behandlung der Entzündung und ein kleines Stoffküken in der Hand (“ Wenn es etwas zu sehr weh tut, kannst Du es zusammendrücken“). Ein paar Mal war ich auch recht glücklich, es zu haben. Nun hoffen wir, dass Ruhe, Antibiotika, Desinfektionsmittel und Salbe helfen.

Gutes Essen hilft auch. Da wir noch ein paar Pläne für den Tag hatten, ging es erst einmal zum Mittagessen Richtung French Consession mit gemütlichen Lokalen, Boutique-Weinbars, Modegeschäften, Schneidern und europäische Feinkostläden.

Gestärkt ging es mit grossen und staunenden Augen zum nächsten Ziel. Für uns also keine Zeit für ein Mittagsschläfchen, wie diese Bauarbeiter es machen.

Ich hatte Euch ja schon mal die Rolle des Fahrrads angedeutet! Hier ein paar Beispiele:

Unser neues Gefährt sieht allerdings anders aus!

Mit dem 小龙 (kleiner Drache – so haben wir unsern neuen E-Scooter getauft) sind wir etwas unabhängiger von unserem Fahrer. Um in China selber mit dem Auto zu fahren, braucht man einen chinesischen Führerschein und es ist nicht so ganz so einfach sich durch den immer dichten Verkehr zu kämpfen. Das kommt noch, braucht aber Zeit und Eingewöhnung.

Sonntag um 15 Uhr waren wir im Geschäft, um 19 Uhr stand das Teil vor unserer Haustüre. Und das auch nur so spät, weil es zwischenzeitlich mächtig gewittert und geregnet hatte.

Eine gute Gelegenheit, bei der Shopping Mall „um die Ecke“ einen Stopp zu machen – noch mal zur Erinnerung: Es ist Sonntagnachmittag!

  1. Ja alles ein paar Nummern größer und bunter, aber toll🥳. Und in manch einer deutschen Klinik hilft es leider auch nichts, wenn man deutsch spricht um sich willkommen zu fühlen😬.
    Gute Besserung und liebe flusige Grüße,K.

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