你好 – Hallo und kein Stoffküken

Das war eine Überraschung!

Nachdem ich Max heute morgen wieder an der Schule abgesetzt hatte, brauste ich mit meinem „kleinen Drachen“ nach Hause, als mich ein mir entgegenkommender älterer Herr auf dem Fahrrad freundlich mit „Nǐ hǎo“ grüßte. Nach schnellem Erwidern des Grusses und langem Überlegen glaube ich, dass es ein Gärtner aus dem Compound war.

Lächelnd fuhr ich meines Weges. Am Compound angekommen, hatten sich die Wachleute – wie jeden Morgen – vor dem Eingang versammelt. Ein paar winkten mir freundlich entgehen – und ich natürlich auch gekonnt zurück: mein erstes Mal einhändig auf dem Mofa! Zum Glück ist auch das gut gegangen. Mittlerweile bewege ich mich schon recht souverän auf dem Gefährt – finde ich!

Ansonsten standen Papierkram und Fuß ausruhen auf dem Programm, da ich morgen unbedingt bei einem Spaziergang durch die Nachbarschaft mitmachen will.

Das dachte ich mir am Morgen noch… nun sitze ich dann mal mit dem hochgelegten Fuß am Computer und hoffe, dass Kirsten (die, die mich mit dem Roller abgeholt hatte) mich in den kommenden Wochen privat mal durch die Gegend führt. Der Spaziergang fällt für mich aus.
Nachdem der Fußballen immer dicker wurde, innen pulsierte und die kleine gelbe Blase schnell weiter wuchs, bekam ich es dann doch etwas mit der Angst zu tun (das Problem, wenn man sechs Jahre Gesundheitsreportagen gemacht hat, von denen viele mit: eigentlich fing es ganz harmlos an… starteten). Also ein Anruf bei Holgers Assistentin und 90 Minuten später saß ich bei der Notaufnahme des Krankenhauses (40 Min Fahrt von uns).

Bei der Anfahrt aufs Krankenhaus dachte ich mir noch: na, das kann ja heiter werden… Menschenmengen strömten rein und raus. Doch der Fahrer fuhr noch um eine Ecke des Parkplatzes zu einem anderen Gebäude, wo es fast leer war . United Families…. für Langnasen und die, die es sich leisten können…Anmeldung und schwupp saß ich auch schon im Raum einer Krankenschwester auf dem Stuhl, hatte in Null-Komma-Nix ein Fieberthermometer im Ohr, Blutdruckmessgerät am Arm und eine Klemme am Finger, um den Sauerstoffgehalt im Blut zu messen. Parallel 1000 Fragen: Schwanger, wann war die letze Mahlzeit, Allergien …. 5 Minuten später saß ich im Rollstuhl und wurde ins Behandlungszimmer gefahren.

Bei der Ärztin (vermute aus Südamerika) herrschte Ratlosigkeit…Röntgen war dann die erste Maßnahme – mal schauen, ob etwas im Fuß steckt. Um über die Aussage der Ärztin: „Schwanger sind Sie ja bestimmt nicht“ nachzudenken hatte ich nicht mehr so viel Zeit, weil mich der nette Mann wieder mit dem Rollstuhl weiter transportierte. Beim Übergang von der Notaufnahme zum Röntgenraum (ca. 100 Meter) wurden mein Gefährt und ich von einem anderen Chauffeur übernommen. Zwar fand ich es etwas übertrieben, direkt drei Aufnahmen vom Fuß zu machen, aber immerhin bekam ich einen riesigen Schutzkittel überlegt.

Mit dem Rollstuhl ging es wieder zurück. Diagnose: kein Fremdkörper mehr im Fuß… Schnell noch ein Formular unterschieben, dass ich mir der Risiken bewusst bin, dass es durch die Behandlung zu Infektionen kommen könne (Bemerkung der etwas burschikosen Ärztin: “ Können Sie ruhig unterschreiben, ist ja eh schon vereitert“).

Sie könne mir nun mit vier Spritzen den Fuß vorher betäuben, oder mit einer den Eiter entfernen. Das täte allerdings weh….UND ES TAT WEH!

Und ein Stoff-Küken zum drücken gab es diesmal auch nicht!

Als ich dann nach der Prozedur gerne einen Rollstuhl gehabt hätte, um zur Apotheke zu kommen, war kein Schiebservice mehr da. Behandlung vorbei, Risiko, dass man währenddessen umfällt, weg – selber laufen!

Hier sind die Apotheken direkt in den Krankenhäusern. Man geht mit seinem Zettelchen dahin und alles liegt schon bereit. Versicherungskarte abgeben und das gepackte Tütchen kann mitgenommen werden: Verband, Kreme und Breitbandantibiotikum. Donnertag ist dann der Kontrolltermin.

    1. Das ist wohl war! Hier ist „chinese speed“ angesagt. Bevor wir hier hin kamen hatte ich schon jemanden kontaktiert und wollte einen Termin machen, weil ich dachte: besser jetzt, als lange warten. In der Tat kam da die Antwort: Klar, aber heute geht das nicht mehr, morgen um 8…. Da war ich aber noch 8000 km weiter weg. Wie die das machen ist mir allerdings NOCH ein Rätsel… Auch Termine beim Friseur sollte man nur machen, wenn man gleich oder morgen auch kann….

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