Der Fluss auf dem Geldschein

Manchmal ist Dein Pech Dein Glück, sagt ein weiser Mann (mein Vater) – und meistens hat er Recht. So auch dieses Mal! Man kann viel über Corona diskutieren – oder es sein lassen. Auf jeden Fall wären wir in diesem Sommer definitiv nicht in China gereist, würde es dieses Virus nicht gegeben. Und dann hätten wir eines der schönsten Fleckchen der Erde leider verpasst. 

Man kommt sich hier wie im Land der Miniatureisenbahn oder wie vor einer Foto-Tapete vor. Es sieht alles etwas unrealistisch aus. 

Da ich ehrlich gesagt immer noch nicht so viel über China und die Geographie des Landes weiß (und davon ausgehe, dass ich nicht alleine bin), hier kurz gezeigt, wo wir waren:

16 Stunden Autofahrt, 2,5 Stunden Flug von Shanghai

Die chinesischen Schriftzeichen des Namens Guilin 桂林市bedeuten „Stadt des Duftblütenwalds“; der Name bezieht sich auf die große Anzahl von Osmanthus-Bäumen  aus denen Tee, Wein und Gelee gewonnen wird. Die Landschaft um Guilin entstand, als vor 200 Millionen Jahren das Urmittelmeer durch tektonische Erhebung des Meeresbodens zurückwich und die übrigbleibenden Berge langsam erodierten. Zurück blieb eine einzigartige Landschaft mit einem besonderen Charme. Wenn man durch die Gegend fährt, hat man das Gefühl, dass hier alles abgerundet und harmonisch ist. 

Wir haben in Yangshuo unser Quartier gehabt – etwa 30 Minuten Autofahrt von der Stadt entfernt in einer Landschaft, die man eher von den chinesischen Tuschezeichnungen kennt. 

Am ersten Tag ging es vom kleinen, sehr netten lokalen Hotel mit den Fahrrädern am Fluss entlang.

Viele Bewohner um Guilin herum leben vom Tourismus und der Landwirtschaft: Reis, Erdnüsse (hier habe ich gelernt, dass es Erdnüsse gibt, die zur Ölgewinnung genutzt werden und andere, die man zum Kochen verwendet). Entfallen war mir auch, dass die Früchte unterirdisch wachsen.

Zu dem regionalen Obst und Gemüse gehören auch Auberginen, Kürbisse und Dragonfruit oder diese lokalen Früchte, die etwas wie Stachelbeeren schmecken, gerade reif waren und überall verkauft wurden.

Am Fluss gab es dann eine Menge mehr zu entdecken. So unter anderem auch, dass noch sehr viele ihre Wäsche am Ufer waschen. Was ich nicht verstehe, warum man mit einem Holz den Dreck aus den Kleidungsstücken rausprügeln muss. 

Und obwohl an der ein oder anderen Ecke die Technik gefühlt noch nicht so vorgedrungen scheint, große Antennen und chinesisches Internet gibt es überall:

Wir haben die Rückreise auf einem Bambusfloß angetreten.

Was hier etwas touristisch aussieht, ist für die Bewohner der Lebensunterhalt. Wenn man all die leeren Flosse sieht, die auf Besucher warten, bekommt man eine bessere Vorstellung, die eines der beliebtesten Reisegebiete Chinas aussehen kann, wenn wirklich Touristen da sind. Spannend ist auch die Art, wie die Floßfahrer ihre Gefährte voran bringen. Wenn Ihr Euch über unsere Konversation wundert…. Wir hatten Wasserspritzen an Bord und eine Wasserschlacht veranstaltet. Das Spannende an der ganzen Sache: sehr schnell wurden die Geschosse flussabwärts an den Ufern verläuft und in Windeseile waren wir von anderen Flössen umzingelt, die sich an der Wasserschlacht beteiligten – ein Risengaudi!!

Lustig sind hier in China aber auch oft die Schilder:

Was bitte soll man denn hier abstellen?
Achtung Sicherheit !

Wir hatten auf jeden Fall auch unseren Spaß, ein gigantisch leckeres Mittagessen und einen traumhaften Abend auf der Dachterrasse des Hotels.

Am nächsten Tag stand bei uns unter anderem der Besuch einer Teeplantage an.

Wir wissen nicht, ob wir noch etwas ungeübt waren oder uns von der Schönheit der Natur ablenken ließen. Leider hatte unsere Ausbeute nicht ganz für eine Tasse Tee gereicht. 

Auf jeden Fall weiß ich nun, dass es auch Teesamen gibt – ich habe mir ehrlicher Weise noch nie Gedanken darüber gemacht, wie man Teeplfanzen vermehrt.

Und zum Abschuss gab es eine Tee-Zeremonie, bei der wir vieles über grünen, roten (schwarzen) und weißen Tee erfahren haben. 

Am Abend erwartete uns noch eine gigantische Show auf dem Fluss (die Geschichte von Guilin und Umgebung wird hier von über 300 Schauspielern dargestellt). Es war 2003 die erste OpenAir-Show ihrer Art und wurde von Zhang Yimou kreiert, der 2008 auch die Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele in Peking inszenierte. 

Die Landschaft ist so wunderschön, dass sie auch auf dem 20 Yuan-Schein verewigt wurde. Wir haben uns nun entschieden, unter andrem die Geldscheine abzureisen: Hangzhou mit dem West Lake haben wir bereits vor unserem Umzug gesehen. Nun kennen wir den Li-River und als nächstes könnte Peking mit der großen Mauer auf dem Programm stehen.

  1. Das ist ja wahrhaftig eine unglaubliche, fast liebliche Landschaft. Musste an Zuckerhüte denken. Die Fotos der 🔨…und dann auch noch soviel Info. Foto des Tages?….der große Junge😉
    Danke für’s mitnehmen.
    Bin schon auf das nächste Abenteuer gespannt

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